Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Entstehung
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ſproſſen ſah, ſo hindert ihn dies doch nicht, manche Dirne ſchön zu finden und ingeheim mit ihr zu buhlen.

Der Mönch. Es iſt zwar nicht löblich und billig, muß zu ſeiner Zeit von uns ſtreng gerügt und durch andre gute Werke verſöhnt werden, aber in der Schrift ſtehts ja ſelbſt: Wer rein an dieſer Sünde iſt, der hebe den erſten Stein auf!

Der Ritter. Hindert mich durch eure An⸗ merkung nicht in meiner Erzählung, der Ritter dient ja ſelbſt einem feurigen, begierdereichen Jüngling, und wird bald aus Erfahrung überzeugt werden, daß der allgewaltigen Leidenſchaft ein Liebchen nicht genügt, daß unſre Wünſche ſich täglich mehren und Erfüllung

heiſchen. Unſer Landgraf wünſchte die ſo hochgeprie⸗

ſene Schönheit zu ſehen und zu bewundern; ich war einer der Wenigen, welche mit ihm nach Köln hinab⸗ zogen, wo die ſchöne Mechtilde thronte. Als wir dort anlangten, läugneten wirs zwar nicht, daß wir heſ⸗ ſiſche Ritter wären, aber wir verſchwiegen es ſorg⸗ fältig, daß der Landgraf in unſrer Mitte zöge. Er iſt ein feuriger unternehmender Herr, fand bald Ein⸗ tritt in der Burg, ſah Mechtilden, und ward eben ſo ſchnell ihr treueſter und innigſter Verehrer; aber Verzweiflung kämpfte auch bald mit ſeinem Herzen,

als er ſich täglich mehr und mehr überzeugte, daß

Mechtilde ihr Herz ſchon an einen jungen Ritter verſchenkt habe, nur ihm ihre Blicke weihe, nur mit ihm zu ſprechen ſuche. Dies reizte die Rache des Landgrafen; er traf den glücklichen Ritter auf einer der vielen Jagden, welche Mechtilden zu Ehren ge⸗ gegeben wurden; er forderte Rechenſchaft oder Eut⸗ ſagung; der Stolze verweigerte die letztere, beſtand den Kampf und lag bald tödtlich blutend zu des Land⸗

grafen Füßen. Sie hatten abſeits im Dickichte ge⸗