ſache dazu, ſo darf der Ueberwinder doch dieſe nicht an den Unſchuldigen rächen, die nicht die Schuld bü⸗ ßen können, welche ſie nicht verübten. Wie und wa⸗ rum begann die Fehde?
Der Mönch. Eine der vorzüglichſten Urſachen dazu way die Gleichgültigkeit, welche unſer Herr ge⸗ gen den Kaiſer Otto von jeher äußerte, der Ausbruch der wirklichen Fehde ward dadurch befördert, duß der Landgraf den Reiſigen des Ottos den Durchzug durchs Land verweigerte, als viele geiſtliche Fürſten rings⸗ umher bekannt machten, daß Stto geächtet und mit dem Bannfluche beladen ſey.
Der Ritter. Sehr wahrſcheinlich mag dies alles— den Haß des kölniſchen Erzbiſchofes vermehrt haben, doch wars nicht die eigentliche Urſache zur Fehde Wenn unſer Herr ächte und wahre Hilfe erwartet 6 ſoll, ſo müſſen wir reinen Wein einſchenken, und auf richtig erzählen, was doch nicht lange verborgen blei
ben kann, am Ende wohl gar die Zuſage der Hilfe
vernichten könnte. Hört, und urtheilt nicht zu ſtrenge: Der Erzbiſchof zu Köln hat eine Schweſter, die er ſehr liebt, und deren Vermögen er nach Kräften zu mehren ſucht. Ihr Gatte, ein ſtattlicher Ritter im Kölnerlande, ſtarb vor Jahresfriſt, und hinterließ eine einzige Tochter, welche die Erbin ſeines großen Ver⸗ mögens ward. Dies reizte manchen Ritter zur Werbung um ihre Hand; mehr noch als das große Habe reizte aber ihre außerordentliche, keiner Be⸗ ſchreibung fähige Schönheit. Der allgemeine Ruf nannte ſie die ſchönſte Dirne, und viele, welche ſich in ihrem holden Auge geſonnt hatten, verſicherten ne⸗ benbei, daß es auf der weiten, großen Welt keine ſchönere Dirne geben könnte, nie mehr geben würde.
bgleich unſer Landgraf ſchon ange beweibt ißt,
hon vier Kinder aus ſeinem ehlichen Bette empor⸗


