33
ſo häufig erwieſen, innig fühlt, und durch Hilfe der wenigen Getreuen die geraubte Krone dem geächteten und gebannten Otto entreißen willz er bietet ihm nicht nur ſeine Stimme zur neuen und nahen Wahl, ſondern er wird ihn auch mit ſeiner ganzen Macht unterſtützen, wenn er ihm dagegen Hilfe und Unter⸗ ſützung gegen ſeinen ärgſten und unverſöhnlichſten Feind, den Erzbiſchof von Köln, zuſagt und ver⸗ ſpricht.
Der König. Wie kann er dies, da er nur mit einigen wenigen ſeiner Getreuen nach Deutſchland kam, und hier ſelbſt Hilfe und Unterſtützung erwartet.
Der Ritter. Dies alles iſt unſerm Landgrafen nicht unbekannt, aber er kennt auch eben ſo genau die Macht der Löwenritter, welche eures Königs ge⸗ treue Freunde ſind. Es koſtet ihm ein Wort, und einige Haufen ziehen unſerm bedrängten Landgrafen zu Hilfe, der nicht ſäumen wird, ſeinen Feind zu demüthigen, um dann für eures Königs Rechte ohne Hinderniß kämpfen zu können.
Der König. Würde ſich mein König nicht die einzige Stütze, welche er vielleicht jetzt noch beſitzt, muthwillig rauben, wenigſtens ſchwächen, wenn er ſeine Freunde, die Ritter des Löwens, zu dieſer That verleitete2
Der Ritter. Auf eine kurze Zeit freilich, aber bedenkt die Vortheile, welche ihm daraus erwachſen. Iſt der Erzbiſchof von Köln durch unſern Herrn ge⸗ demüthigt worden, ſo kann er eurem Könige nicht ⸗ ſchaden, nicht zu Ottos Gunſten mehr arbeiten, und ſoll, dies verſpreche ich im Voraus, unter keiner an⸗ dern Bedingung Friede und Ruhe ethalten, als bis er theuer gelobt, daß er Friedrichen ſeine Stimme geben und den Bund mit Otto trennen will.
Löwenritter 4. 3


