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Der Ritter. Euch wirds nicht unbekannt ſeyn, daß der Erzbiſchof von Köln mit warmer Freund⸗ ſchaft an dem ſächſiſchen Otto hängt, daß er ſein eifrigſter Vertheidiger war, und viele der Fürſten überredete, daß ſie die Wahl, welche ſie einſt eurem Könige einſtimmig leiſteten, vergeſſen, und dagegen ſeinen Freund zum Kaiſer wählen ſollten.
Der König. Mir iſt dies alles ſehr gut be⸗ kannt.
Der Ritter. Dann ohne Zweifel auch eurem Könige. Wie gefällt ihm dies Betragen?
Der König. Es thut ſeinem edlen Herzen äußerſt weh, daß die biedern Deutſchen ihres Wortes ſo ganz vergaßen, und ſeiner nicht gedachten, da doch die Thaten ſeiner Ahnen Beweiſe genug liefern, daß heldenmüthiges Blut in ſeinen Adern fließt.
Der Ritter. Wenn er dies Unrecht ſo tief fühlt, ſo wird er wahrſcheinlich auch mit größten Freuden die Gelegenheit zur Rache benutzen, welche wir ihm darzubieten abgeſandt ſind.
Der König. Rache iſt ſeinem Herzen fremd.
Der Ritter. Dann mißte er kein Gefühl für Unrecht haben.
Der König. O er hats, und weiß es zu ahnden, aber nie auf unedle Art.
Der Mönch. Dafür bewahre uns und euch der gerechte Gott. Denkt nur, daß ich nicht in der Mitte der Abgeſandten ziehen, nicht wider eines der erſten Häupter der Kirche dienen würde, wenn unedle oder uͤnredliche Abſicht ſich mit ins Spiel miſchte.
Der Ritter. Hört mich vorher ganz, und ur⸗ theilt vann erſt. Der Landgraf von Heſſen iſt unſer Herr, und wir ſind ſeine Abgeſandte. Er hat durch
ven Erzbiſchof von Mainz vernommen, daß euer Fönig das Unrecht, welches die deutſchen Fürſten ihm


