ſcheidet, oft die ſchönſte und beſte zur häßlichſten und ruchloſeſten umwandelt. Ueberhaupt verrieth aber König Friedrich ſchon in ſeiner frühen Jugend, was er im reifern Alter nur allzudeutlich beſtätigte, einen vorzüglichen Hang zum ſchönen Geſchlechte. Schön⸗ heit, edler Anſtand und Kenntniſſe waren immer die Klippe, an welcher ſein großer Geiſt oſt ſcheiterte. Daß er dann manchmal auf Abwege gerieth, durch Liſt zu erringen ſuchte, was er im offnen Kampfe nicht beſiegen konnte, läßt ſich ſehr wahrſcheinlich vermu⸗ then, wird ſogar von den Geſchichtſchreibern ſeines Zeitalters oft beſtätigt. Mehr als einer derſelben verſichert, daß Friedrich großmüthig, gerecht, edel und tapfer war, daß aber ein ſchönes Geſicht, eine reizende Stimme ihn oſt zur Untreue gegen ſeine Ehefrauen, zur Verletzung ſeiner⸗ übrigen Pflichten verleitete.
Noch lange ging der König im Garten auf und ab, genoß den ſchönen Abend und den Vorgeſchmack ſeines
künftigen Glückes. Bei der Abendtafel nahm Adel⸗
gunde nicht Platz an ſeiner Seite, doch flüſterte ſie ihm, indem ſie ſanft ſeine Rechte drückte, leiſe zu, daß ſie dies Glück bloß deßwegen einer andern gönne, weil ſie ihrem Herzen nicht traue und zu frühen Arg⸗ wohn verhindern wolle. Als am andern Morgen der König ſein Lager verließ und in der Geſellſchaft⸗ der Ritter auf die Jagd ziehen wollte, erfuhr er, daß Adelgunde bereits ihrem Ritter Eſchenbach nachgezogen ſey, und wahrſcheinlich erſt in ſeiner Geſellſchaft zurück⸗ kehren werde. Da ihm dieſe Nachricht nicht uner⸗ wartet kam, da er ihre Abreiſe vielmehr zur Förderung ſeines Plans wünſchen mußte, ſo ſtörte dies keines⸗ wegs ſein Vergnügen, welches er heute auf der Jagd zu genießen hoffte. Die Ritter zogen an ſeiner Seite nach dem Forſte, fanden bald Wildpret in Menge,
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