er gleich ſprachlos iſt, ſo werdet ihr ſeine Größe doch leicht entdecken können.
Adelgunde dächeind). Noch habe ich euern Dank nicht verdient, noch kann ich auch keinen Anſpruch darauf machen, der Erfolg muß euch erſt lehren, wie und wann ihr mir danken ſollt.——.
Als ſie dieſe Worte ausgeſprochen hatte, entſchlüpfte ſie den Händen des Königs und eilte auf dem engen Pfade vorwärts. Er folgte ihr nicht, weil ſie ſich deutlich geäußert hatte, daß ſie zu frühe Entdeckung ſcheue, ihm genügte es, daß er hoffen und ſich des künftigen Sieges erfreuen konnte. Adelgunde war ihm wirklich von lange her nicht gleichgültig geweſen: ſchon als Knabe hatte er ihre Reize bewundert, wäre nicht Graf Friedrich in jener Nacht der Tugend Schutzgeiſt geworden, der König würde mit der Bit⸗ tenden nicht ſo großmüthsvoll gehandelt, ſie wahr⸗ ſcheinlich zu ſeiner Buhlerin erniedrigt haben. Er fand ſie unverhofft auf der Löwenburg wieder; Adel⸗ gundens Reize hatten ſich hoch vermehrt, ſeine Neigung erwachte auſs neue, ſein Herz wünſchte, forderte, ſeine Vernunft kämpfte; aber ſie war zu ſchwach, um der brauſenden Leidenſchaft des Jünglings zu wider⸗ ſtreben; ſie unterlag, als ſo erwünſchte Gelegenheit ſich zeigte, und die mißmuthige Adelgunde ihm ſelbſt den Weg bahnte, auf welchem er ihr entgegenwandeln konnte. Ob er edel und gut handelte, ob er die Mißlaune der empfindlichen Sicilianerin ſo trefflich benutzte? Ob er nicht Freundespflicht verletzte, als er ſie zur Untreue gegen den redlichen Eſchenbach ver⸗ leitete? Dieß mag die Zukunft entſcheiden, ihr ge⸗ bührt ohnehin das Richteramt über die Handlungen der Menſchen, ſie kann ihren Werth am ſicherſten be⸗ ſtimmen, weil ſie That und Folge zugleich beurtheilt,
und doch oft nur die Folge den Werth der That ent⸗


