Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Entstehung
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Adelgunde. Wenn ichs thäte, wenn ich den glatten Worten des warmen Schmeichlers traute, wie würdet ihr einſt der Leichtgläubigen ſpotten.

Der König. Wenn Schwur und der theuerſte Eid euch nicht genügt, ſo fordert andere Beweiſe, mein liebendes Herz wird ſie willig leiſten.

Adelgunde. Wohl dann, ich will verſuchen: ob ich meinem unglicklichen Schickſale entgehen und aufs neue hoffen kann. Es wäre thöricht, wenn ich vorher verſprechen wollte, was ich wahrſcheinlich einſt nicht leiſten könnte; aber ich will verſuchen, ob ich die Feſſeln des kalten Deutſchen löſen, ob ichs ihm begreiflich machen kann, daß er mit mir nicht glücklich ſeyn wird, daß ich weit mehr fordere, als ſein enges, unempfindliches Herz zu leiſten vermag. Gelingt mir dieſer feſte Vorſatz, der euch den Zuſtand meines Herzens deutlich genug erklären muß, ſo will ich dann harren: ob ihr erfüllen werdet, erfüllen könnt, was ihr ſo unbedingt verſpracht? Bis dahin muß unſer Geſpräch ein unerforſchliches Geheimniß bleiben; ihr werdet euch ſelbſt ſchaden, all euere Ausſichten ver⸗ dunkeln, wenn ihr es auch nur dem vertrauteſten Freunde eurer Seele kund machtet, bedenkt, daß da⸗ durch alles verloren wäre. Zagt, zweifelt übrigens nicht, wenn ihr vielleicht morgen ſchon meine Abreiſe erfahrt, ich ziehe abſichtlich dem Ritter Eſchenbach nach, ich will ſein Herz entfernt von dem Rathe ſei⸗ ner Freunde beſtürmen, ich will die Zurückgabe mei⸗ nes Wortes fordern, und ihm dafür alle meine Schätze zum Löſegeld bieten, wahrſcheinlich waren

vieſe die Lockſpeiſe ſeiner Liebe, die dann, geſättiget, kein weiteres Opfer fordern wird. In jedein Falle

ſeht ihr mich wieder, und ſollt den Erfolg erfahren. Der König. So nicht, ihr müßt erſt meinen nnausſprechlichen Dank in meinem Geſichte leſen ob

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