ſchon der Herrſcher mehrere unter ſeinen Ahnen zählte, aber ich weiß auch eben ſo gewiß, daß dies Geſchlecht euern Sicilianern äußerſt verhaßt ſey, und bin uber⸗ zeugt, daß die ſtolzen, unempfindlichen Deutſchen nicht eine Dirne auf ihrem Throne dulden würden, die ſich einſt glücklich dünken mußte, daß ein armer Ritter ſie ſeines Schutzes und Liebe würdigte. Seyd daher weiſer und klüger als ein ſchwaches Weib, ge⸗ denkt eurer königlichen Pflicht, benutzt nicht die Schwäche meines Herzens, das ſich nur allzuwillig eurem Antrage öffnet. Ueberlaßt mich meinem Un⸗ glücke, welches das unerbittliche Schickſal für mich bereitet hat, ſelbſt eines Königs Macht kanns nicht nicht ändern. 6
Der König. Wird, muß es ändern, wenn ihr nur einwilligen, nur entfernte Hoffnung gewähren wollt.
Adelgunde. Glaubt ihr denn, daß es mir un⸗ bekannt iſt, daß ihr um Aragoniens Königstochter, um die Hand der reizenden Konſtantia, werben wollt, vielleicht ſchon geworben habt? Wenn es euch Ernſt war, das Herz einer trugloſen Dirne durch Liſt zu fangen, ſo hättet ihrs euern Begleitern unterſagen müſſen, damit ſie nicht laut erzählen, was eure ganze Liſt vereitelt.
Der König. Blickt in mein Auge, und forſcht: ob es bei Erzählung dieſer Nachricht verwirrt zur Erde ſinkt? Ich läugne es gar nicht, daß ich nach einem Weibe ſchon früher umherſpähte, daß ich mit Alphonſen, dem König von Aragonien, deßwegen in Unterhandlung trat, weil der allgemeine Ruf ſeine Tochter edel, gut und ſchön ſchilderte; aber ich ſchwör's auch zu Gott, daß ich ihr entſagen, daß ich die Un⸗
terhandlung enden will, wenn ihr mir dagegen ver⸗
ſprecht, daß ihr euch Eſchenbachs Feſſeln endledigen, nach Sirilien ziehen, und miter harren wollt.


