Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Entstehung
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hat, gebt ſeiner Führung Raum, verachtet die heſtige Liebe meines Herzens nicht.

Adelgunde(ihn aufhebend). Steht auf, ich be⸗ ſchwöre euch, ſteht auf! Wenn einer der Ritter euch zu meinen Füßen erblickte, ich würde unglücklich ſeyn, man würde mich des Meineides gegen Eſchenbach be⸗ ſchuldigen, und mein Verbrechen ſtreng ſtrafen; noch bin ich in ihrer Gewalt, ſelbſt eure Vorbitte könnte mich nicht retten, nicht ſchützen.

Der König. Seht, wie ich eurem Befehle blind⸗ lings gehorche, ſeyd daher gütig und barmherzig, lohnt meinen Gehorſam nur mit der entfernteſten Hoffnung.

Adelgunde. Der Lohn wäre zu koſtbar, er raubte mir alles, er machte mich gränzenlos un⸗ glücklich.

Der König. Ich verſtehe euch nicht. Wie wäre dies möglich?

Adelgunde. Glaubt ihr, daß ich thöricht genug ſey, zu hoffen, der König von Sicilien, der künſtige Kaiſer der Deutſchen, werde mir einen Platz auf ſeinem Throne gönnen? Oder wähnt ihr im Gegen⸗ theil, daß ich mich bis zur Buhldirne erniedrigen,

oder geehrt dünken würde, wenn ein König mich in⸗

geheim mit ſeiner Gunſt und Liebe beglücken wolle?

Der König. Heil meinem ſchmachtenden Herzen, wenn kein anderes Hinderniß ſeine Labung verzögert. Fern ſey von mir der Gedanke, daß ich euch erniedri⸗ gen wollte! Führt mich Schickſal und Glück auf alle

hrone der Welt, ſo ſollt ihr ſie mit mir beſteigen,

ſie alle mit mir theilen. Seyd ihr nicht eine der

Edelſten meines Reichs? Wer kann, wer wirds hin⸗

dern, wenn ich euch zu meiner Gattin erwähle2 Adelgunde. Ich weiß, daß mein Geſchlecht ſei⸗

nen urſprung aus königlichem Blute nahm, daß es