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dern um ſanſt und wohlthätig beherrſcht zu werden⸗ Dort würde ich keiner Sklavin gleichen, die dem
Winke des Herrn gehorchen; die froh ſeyn muß, wenn er nach einer langen Abweſenheit wiederkehrt, und im
Vorübereilen nach ihrem Wohlbefinden fragt.
Der König. Seyd ihr nicht frei? Wer hindert euch, den Entſchluß zur Ausführung reifen zu laſſen 2 Thuts mit Standhaftigkeit, ich werde alle Sorge tra⸗ gen, daß euch der Schritt nicht reut.
Adelgunde Geufzend). Bin ich nicht Eſchenbachs Verlobte?
Der König. Verlobt, aber nicht verheirathet, nur des Prieſters Segen legt unzertrennliche Feſſeln an.
Adelgunde. Aber ich verſprach ihm Liebe und Treue.
Der König. Verſprach er euch nicht ein Gleiches.
Adelgunde. Ja wohl, ja wohl!
Der König. Hat er erfüllt? Adelgunde. Ich kann ihn keines Vergehens be⸗ ſchuldigen, nur ſein Kaltſinn kränkt mich, wird mich
unglücklich machen.
Der König. Wenn ihr dies wähnt, wie ich es denn mit euch nur allzuſehr ahne, ſo kehrt zurück, da 4 noch Zeit iſt, flieht, wenn ihr glücktich ſeyn wollt.
Adelgunde. Flucht wäre ſchimpflich, zu dieſer kann und darf ſich die edle Sicilianerin nicht er⸗ niedrigen.
Der König. Auch war dieſe nicht mein Rath, ich meinte nur——
Adelgunde. O ſchweigt lieber, eure Meinungen ſind mir zu gefährlich, ich fühls, mein Herz hört ſie gerne, mein Verſtand könnte ſie am Ende befolgen Der König. Gott, wenn ihr wahr ſprächt, wen


