Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Entstehung
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niſſes, welches mich ewig an ihn feſſeln ſoll, dies 3 ſchmerzt mich tief, dies thut meinem Herzen mehr als weh. Möglich, daß Deutſchlands Dirnen dieſer und ähnlicher Begegnung von früher Jugend an gewohnt ſind, daß ihr Herz eben ſo geringer Wärme als ihre ſchattigte Erde fähig iſt, aber mir behagt ſie nicht, mein Herz heiſcht wärmere Liebe, ich weiß Kaltſinn

zu ahnden und zu verachten.

Der König. Nehmts nicht von der ſchlimmſten Seite, bedenkt, daß ein tödtlich kranker Vater ihn rief, daß er ſehr eilen mußte, und doch noch vorher zu mir kam, um mich zu euerm Tröſter zu ernennen. 3 Adelgunde(mit Hohn). Dann war ja die Eile nicht allzugroß, dann hätte er mir die verſchwendete Zeit mit Recht ſchenken ſollen.

Der König. Schöne Adeldunde, hofft nicht, daß ich lange noch ſein Vertheidiger ſey, ich werde meiner ſchweren Pflicht bald vergeſſen und zu euch übertreten.

Adelgunde. Weil ihr die Schwäche eurer mög⸗ lichen Gründe einſehet, lieber freiwillig aufgebt, was ihr doch nicht behaupten könnt.

Der König. O nein, ich denke weit eigennütziger, ich will und mag meinem und dem Glücke Siciliens nicht länger entgegenſtreben, euer Mißmuth läßt mich hoffen, daß ihr vielleicht Deutſchlands Feſſeln ent⸗ fagen, und frei nach Sicilien zurückkehren werdet, wo eure Schönheit, eure Reize mit ſtärkerer Macht herr⸗ ſchen, ſelbſt den Regenten ves Landes zu eurem Skla⸗ 3 ven machen können. Adelgunde. Eure warme Schmeichelet beweißt, daß ihr in Sicilien geboren wurdet, im Munde des kalten Deutſchen würde ſie Mißtöne erregen, aber in dem eurigen klingt ſie lieblich. O wollte Gott, ich önnte zurückkehren ins geliebte Vaterland, nicht um wie der Schmeichler ſprach zu hertſchen, ſon