Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Entstehung
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Der König. Zieht in Frieden, und fordert nicht zu ſtrenge Rechenſchaſt, wenn ihr wiederkehrt. Eſchenbach. Ich hoffe ſie gar nicht nöthig zu haben. Lebt wohl, und gedenkt meiner bei Adelgunden. Er ſchied, und der König nahm abſichtlich bei der Tafel Platz an Adelgundens Seite, um ihr Eſchen⸗ bachs Auſtrag wieder erzählen zu können; ſie lächelte ſtillſchweigend, und verſicherte ihn nur in Kürze, daß ſie ſich durch ſeinen Schutz geehrt fühle. Wie nach der Tafel die Ritter noch zechten, ging der geſchäfts⸗ loſe König nach dem Garten, um dort den ſchönen Tag zu genießen, und in der Einſamkeit Pläne zu ſeiner künſtigen Größe zu entwerfen. Wie er, mit dieſen beſchäftigt, an der Eiche vorüber ging, die vor kurzem die Zeugin ſeiner Angſt und Kummers war, und eben überlegte, wie ſein und ſtark die Ritter des Löwens ſeine Standhaſtigkeit geprüft hätten, erblickte er tiefer hinab eine luſtwändelnde Dirne. Sein Auge erkannte bald in ihr Adelgunden; ſie ging gedanken⸗ voll einher, riß mit der Rechten die Blätter der Sträucher ab, und ſtreute ſie mit der Linken umher. Der König lenkte ſeine Schritte nach ihr hin, und

ſtand bald neben ihr. Sie erſchrack, als ſie ihn er⸗

blickte. Der König. Schöne Adelgunde, ihr müßt nicht

erſchrecken, wenn ſich euer Tröſter naht, ſonſt kann

er ſeines Amtes nicht handeln.

Adelgunde Ctraurig). Ach, Troſt kann meinem armen Herzen nie unangenehm ſeyn. Es ſucht ihn oſt, 7

und leider immer vergebens. Da dachte ich eben an

Siciliens fruchtbare und angenehme Gefilde, mein Herz.

ſehnt ſich jetzt lebhafter als je darnach, weil eure Groß⸗ muth mir den Eingang dahin öffnete.

Der König. Wos hindert euch, ſie an eures künf⸗ tigen Gattens Seite wieder zu veſuchen und zu be⸗ wohnen