Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Entstehung
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antaſtet, taſtet nun uns an, und ſchwer ſoll es ihm fallen, der gerechten Fehde zu widerſtehen.

Nach längerm Geſpräche, welches aber immer ähn⸗ lichen Inhalts war, gingen die Ritter nach dem Speiſe⸗ ſaale, die Weiber harrten dort ihrer ſchon lange; ſie füllten bei ihrer Ankunft die Becher; Agneſe kredenzte dem Könige. Diesmal, ſprach ſie lächelnd, ſind wir in unſrer Erwartung betrogen worden, wir hofften die Becher aufs Wohl des neuen Bundesgliedes zu füllen, euch zu allen Ehrenzeichen deſſelben Glück zu wünſchen, aber mein Auge ſucht ſie vergebens an euch.(chalkhaft) War die Probe eures Muths vielleicht zu hart, zu ſchwer?

Der König(Heinrichen herbeirufend). Helft mir aus einer Verlegenheit, welche ich nicht allein zu enden im Stande bin. Ich weiß nicht, ob es ſich ziemt, mit Weibern von Dingen zu ſprechen, welche ich ſah und hörte.

Heinrich. Traut der Schlauen nicht, dieſe Dinge ſind nicht für Weiber⸗Ohren, des Geprüften erſte Pflicht iſt, zu ſchweigen.

Der König. Dann müßt ihrs den Weibern aber auch unterſagen, daß ſie meinen Stolz nicht reizen. Sie fordert von mir, daß ich die Ehrenzeichen aufwei⸗ ſen ſoll, welche mein Muth verdiente, und ſetzt ſpot⸗ tend hinzu: ob die Probe vielleicht zu hart, zu ſchwer war?

Heinrich. Ah, dann iſt's meine Pflicht, daß ich euer Vertheidiger werde. czu Agneſen) Der König ward nur geprüft, wenige unter uns bewieſen ähnlichen Hel⸗ denmuth. In viermal vier Tagen frage ihn aufs neue, und ich bin überzeugt, daß ſeine Antwort dich beſchä⸗ men wird..

Agnes. Verzeiht meiner Neugierde, ſie iſt das Erb⸗ und Eigenthum der Weiber, welche immer ſragen, wenn die Männer ſchweigen. Ich wünſche euch Glück