den rechtmäßigen Herrſcher ſtreng verbindet, ſo hängt es dann ganz von euch ab, ob und wie wir handeln ſollen. ⸗
Der König. Was denkt ihr von dem Manne, der euch hoch und theuer verſichert, daß er in einem Tage den Gipfel eines Bergs erklettern will, und am Morgen ſchon zurückkehrt, weil Felſen und dichtes Ge⸗ ſträuche ſeinem Tritte nicht weichen wollten?
Der Bundeshauptmann. Er gleicht dem Rohre, das jedem Hauche des Windes zum Spiele dient.
Der König. Soll ich in euern Augen bis zu die⸗ ſem herabfinken? Nein, ich muß die Ehrenzeichen eures Bundes erkämpfen; beginnt den Kampf, er wird mich wohl ſchwächen, aber ich beſitze Stolz genug, zu glau⸗ ben, daß ich nicht ganz ermüden werde.
Der Bundeshauptmann. Euer Entſchluß macht euerm Muthe Ehre, aber ihr bedürft der Ruhe, die Natur hat ihre Gränzen, man muß ſie nicht über⸗ ſchreiten, ſonſt unterliegt der Körper, und der Geiſt kann nicht mehr wirken. In viermal vier Tagen ſoll eure Probe aufs neue beginnen, froh und glücklich werde ich mich dann ſchätzen, wenn ich den Ueberwin⸗ der lohnen, ihm vierfaches Heil zurufen kann⸗ Jetzt erlaubt, daß wir handeln, denn auch ihr müßt prüfen.
Die Ritter theilten ſich nun in vier Haufen; die Forſcher fragten, die Rächer antworteten. Der hor⸗ chende König erſtaunte, als er hörte, wie ſehr die Rit⸗ ter des Löwens ſich mühten, Recht und Gerechtigkeit zu unterſtützen, und die Folgen der ſchädlichen Anarchie zu verhindern und zu vernichten. Groß war ſeine Freude, als er überzeugt wurde, daß ihre einzige und wahre Abſicht ſey, Ruhe und Friede zu befördern, die Bosheit und Raubſucht zu ſchwächen, und Wittwen und Waiſen vor Unterdrückung zu ſchützen. Wie alles geendet war und der alte Bundeshauptmann, unter⸗ ſtützt von ſeinen Rittern, den Thron verließ, krat der


