Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Entstehung
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Schande ſah. Jetzt kann ich muthig unter den Edlen ſtehen, die mich nicht zittern, nicht zagen ſahen.

Der Bundeshauptmann. Ihr könnts mit Recht. Mehr als Tauſende kämpften gleich euch, aber unter dieſen waren nur wenige, welche ſo muthig en⸗ deten wie ihr.

Der König. Dann iſt mein höchſter Wunſch er⸗ reicht, dann kann ich mit Recht Anſpruch auf alle Eh⸗ venzeichen machen, welche die Edelſten von euchezieren.

Der Bundeshauptmann. Ihr könnt es, aber ihr müßt ſie erſt verdienen.

Der König. That ichs nicht ſchon, und, wie ihr erſt vor kurzem ſelbſt ſpracht, mit eurem vollen Beifalle?

Der Bundeshauptmann(lächeind). Dieſe zwar harte aber einzige Probe öffnete euch nur den Eintritt in dieſen Saal, der Bund erkennt euch für einen Geprüften, er hält euch fähig, ſein Mitglied wer⸗ den zu können, aber blickt umher, noch find hier vier verſchloſſene Thüren, welche euer Muth noch alle öffnen

muß, wenn ihr Anſpruch auf die Ehrenzeichen machen

wollt. Fahrt fort, ſo ſtandhaft zu kämpfen, und ſie werden euch ſicher zieren.

Der König. Ah, diesmal führte mich alſo meine Eigenliebe ſchrecklich irre, ſie erwartete großen Lohn, und empfängt noch keinen.

Der Bundeshauptmann. Iſts nicht Lohn ge⸗ nug, daß ihr ein Geprüfter ſe daß euch Freiheit ward, dieſen Saal ungehindep verlaſſen, wenns euch nicht heilſam dünkt, länget ſikämpfen. Die Thü⸗ ren unſers Bundes müſſen euch nin immer offen ſtehen, ihr könnt ſehen und hören, wie wir handeln, was wir reden, ihr könnt, wenn ihr einſt Deutſchland regiert, am leichteſten urtheilen: ob wir eures Schutzes wür⸗ dig ſind? Da Eid und Pllicht uns zur Treue gegen