Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Entstehung
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die Stimme herab ertönte; er ſchien's faſſen zu wol⸗ len, und doch nicht faſſen zu können, daß er wieder in der Mitte treuer Freunde und Brüder ſitze, welche ihn nicht verriethen, nicht ſeinen Tod heiſchten. Im gänzen großen Saal herrſchte tiefe Stillet alles harrte, alles horchte, ob er ſeiner Verwunderung nicht Worte geben, nicht ſprechen würde.

Der Bundeshauptmann. Edler Herr, wir harren eures Entſchluſſes, wir wünſchen zu erfahren, obs euch noch Ernſt iſt, ein Glied unſeres Bundes zu werden. Ich wiederhole es noch einmal, wir ha⸗ ben euch ſtreng geprüft, denn nur dem Geprüften ſteht der Eintritt in dieſen Saal offen, aber wenn er ihn erkämpft, ſo bleibt auch ſein das Recht, ihn wieder freiwillig zu verlaſſen. Wählt, und entſcheidet!

Der König. Das war eine harte Probe, der ſchwache Jüngling wäre bald unterlegen, aber nun freut er ſich auch hoch, daß er mit einmal zum Manne emporgereift iſt, und würdig geachtet wird, in der Mitte ſolcher Helden zu ſitzen. Ihr müßt ſeltnen Muth beſitzen, wenn ihr gleich mir kämpftet, und doch Sie⸗ ger wurdet. Nein, ich ſcheide nicht freiwillig, ich ent⸗ ſage dem Preiſe nicht, den ich ſo ſchwer erkämpfen mußte. Gum Bundeshauptmanne) Vater, verzeih, daß ich an deiner Redlichkeit, Brüder, vergebt, daß ich an eurer Treue zweifeln konnte.

Der Bundeshauptmann. Verzeiht auch ihr, daß wir in dieſem Augenblicke der Ehrfurcht vergaßen, die wir euch ſchuldig find, aber ihr fordertet Aufnahme, ich konnte, ich durfte ſie euch nicht auf andere Art ge⸗ währen.

Der König. Heil mir, daß die Probe ſo endigte, hätte ich nicht geſiegt, wäre ich unterlegen, ich würde nach Sicilien geflohen ſeyn, nie Deutſchlands Gränzen wieder betreten haben, weil es meine Feigheit, meine