Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Entstehung
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Muth und Standhaftigkeit für ſeine Nachkommen zu befeſtigen.

Die Ritter. Er lebe und regiere lange!

Die Stimme. Er iſt würdig, aufgenommen zu werden in den Bund des Löwens.

Die Ritter. Er iſts, er iſts! Er iſts, er iſts!

Die Stimme. Er iſt würdig, daß der Bund ihn mit ſeiner ganzen Macht unterſtütze und ſeine ge⸗ kränkten Rechte vertheidige.

Die Ritter. Er iſts!

Die Stimme. Wir haben geprüft, laßt auch ihn prüfen. Gönnt ihm Zeit, daß er die Begebenheiten ordne und freiwillig erkläre: ob er ein Glied unſers Bundes werden, ob er durch ſernere Beweiſe ſeines Muthes und Standhaftigkeit auf den Stufen deſſelben zu der Höhe emporklimmen will, die ſeiner Würde, ſeinem Range angemeſſen iſt.

Friedrich und Eſchenbach reichten dem erſtaunten Kö⸗ nige einen Sitz; der dichte Kreis der Ritter löste ſich,

dem Könige Zeit und Gelegenheit, den herrlich ge⸗ ſchmückten Saal zu überblicken. Seine Verzierung iſt meinen Leſern ſchon lange bekannt, ich brauche daher die Beſchreibung nicht zu wiederholen, nur ſo viel muß ich ſagen, daß er jetzt ſchöner und prächtiger als je geziert war: an ſeinen Wänden hingen die koſtba⸗ ren Teppiche, welche die Ritter aus dem Morgenlande mit ſich gebracht hatten, ſelbſt die Stufen des Throns, auf welchen der Hauptmann ſaß, waren damit bedeckt. Der junge König, welcher wirklich die Ritter des Lö⸗ wens für treulos, den Trank für Gift geachtet, und nicht gewähnt hatte, daß dies alles eine Probe ſeines Muths, ſeiner Standhaftigkeit ſeyn könne, ſaß noch immer ſtill und ſtaunend in der Mitte der Verſamm⸗ lung; er ſtarrte nach dem Throne hin, von welchem

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alle traten auf ihren beſtimmten Platz, und gönnten