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zwiſchen Tode und Schande. Sprecht, was würdet ihr wählen?
Der Ritter. Freiheit und Leben.
Der König. Wenns mit Schande verbunden iſt?
Der Ritter. Freiheit iſt ein edles Gut, und das Leben ſchmeckt ſüß.
Der König. Ah! daß ich auch euch nur fragen konnte?—— Kann ich nicht Friedrichen, den Sohn des Grafen Frohburgs, ſprechen?
Der Ritter. Nein, ihr könnt ihn nicht ſprechen.
Der König. Warum nicht?
Der Ritter. Was kanns helfen, wenn ichs euch erzähle, daß er und ſein Bruder beinahe die einzigen waren, welche ſich dem Urtheile des Hauptmanns wi⸗ derſetzten, laut zu euerm Gunſten ſprachen, und den Hauptmann zwangen, beide nach dem Kerker zu ſenden.
Der König. Wie? Und dies um meinetwillen? Ha, dieſe Nachricht thut meinem Herzen weher, als der Tod ſelbſt. So gabs unter den Tauſenden doch noch zwei Redliche? Und dieſe ſchmachten gleich mir im Kerker? O ihr Guten, könnte ich in euren Armen ſterben, dann würde ich die Angſt des Todes weniger fühlen. Und Ludwig, der Sohn eures Hauptmanns?
Der Ritter. Wir haben ihn ſchon als künftigen Herzog von Schwaben begrüßt, er fühlt ſein Glück und freut ſich deſſen.
Der König. Pfui, das iſt ſchändlich! Von ihm hätte ich dies nicht erwartet. Was ſpricht Eſchenbach, den ich mit Wohlthaten an mich feſſelte, hat er ihrer vergeſſen?
Der Ritter. Nein, er gedenkt ihrer noch im Kerker, der ihm, ſeines Widerſpruchs wegen, gleich Frohburgs Söhnen zu Theil ward.
Der König. Alſo noch einer! Wenig, ſehr we⸗ nig, aber doch ein Troſt für dieſes Herz. Wiſſen die Weiber mein unglückliches Schickſal?


