Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
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Ein Anderer. Dann ſtünde es übel mit uns, dann würden wir uns keines kaiſerlichen Lehns zu freuen haben. Kommt, kommt, daß wir ihn finden und es verdienen.

Sie waren während des Geſprächs oft am Stamme der Eiche vorübergegangen, hatten zum Glücke nicht rückwärts geblickt, und gingen nun tiefer hinab, um weiter zu ſuchen. Der leidende Friedrich bedauerte jetzt herzlich, daß er erſt im Garten die Gewißheit ſeines Unglücks zu entdecken ſuchte, nicht ſogleich ent⸗ floh und ſein Leben rettete. Er beſchloß, unter dem Strauche die Dunkelheit zu erwarten, und dann zu verſuchen: ob er etwann unerkannt das Pförtchen des einſamen Vorhofs erreichen und durch dieſes ſich ret⸗ ten könne; aber ehe die Sonne unterging, kam ein neuer Haufe der Ritter in dieſe Gegend; er ſuchte emſiger, und fand den verſteckten König.

Der Anführer des Haufens. Edler Herr, warum laßt ihr euch ſo lange ſuchen, warum ver⸗ bergt ihr euch gleich einem, der böſe That übte.

Der König(mit Stolze). Dieſe iſt meinem Her⸗ zen fremd, aber wenn Böſewichte die Erde beherr⸗ ſchen, wenn treue Freunde zu Verräthern werden, wenn ſie ſich durch glänzende Verſprechungen zur Ver⸗ letzung der heiligen Gaftfreiheit verleiten laſſen, dann muß der Redliche oft dem wüthenden Sturme aus⸗ weichen, und hinter Hecken und Felſen ſeine Zuflucht ſuchen.

Der Anführer. Ich verſtehe eure Rede nicht, bin von unſerm Hauptmanne blos abgeſandt, euch zu fragen: warum ihr mit ſeiner Freundſchaft Spott treibt, die Rechte derſelben mißbraucht, und den Boten, die an ihn geſandt ſind, hinterliſtig das Schreiben und ihren Auftrag ablockt?

Der König. Läßt er dies wirklich mich fragen2 Mich? Mich?

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