Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

178

ſtellen, und beantwortet ihr ſie gut, ſo nehme ich kei⸗ nen Anſtand, euch das Schreiben anzuvertrauen, da⸗ mit ibrs bei der erſten möglichen Gelegenheit dem Hauptmanne überantworten könnt. Ich harre dann (auf das Pförtchen zeigend) im Ansfalle, bis mir Ant⸗ wort wird.

Der König. Wenn ich nicht ganz irre, ſo betriffts den König Friedrich?

Der Reiſige. Richtig; aber ihr müßt noch mehr wiſſen, wenn ihr mein Vertrauter werden wolit.

Der König. Auch weiß ichs; es betrifft ſeine Gefangennehmung.

Der Reiſige(ihm das Schreiben reichend). Ihr ſeyd wohlunterrichtet. Gebt wohl Acht, daß ihrs ſo⸗ bald als möglich übergebt, denn mein Kaiſer harrt ſehnlich auf Antwort. Kann er durch deutliche Be⸗ weiſe die edlen Sicilianer überführen, daß der König wirklich gefangen iſt, daß ſie ſeine Rache nicht mehr

zu fürchten haben, ſo huldigen ſie ihm freiwillig, und

er erobert Sicilien ohne Schwertſtreich.

Der König(ſich faſſend). Das wäre herrlich, dann könnten wir alle den Lohn unſrer That hoffen.

Der Reiſige. Er wird euch auch im vollen Maße werden, und, wenn ich nicht ganz irre, ſo ſichert ench dies Schreiben denſelben ſchon hinlänglich.

Der König. Heil dann uns! Harrt nur meiner im Ausfalle, ehe die Nacht anbricht, erhaltet ihr ge⸗ wiſſe Antwort.

Der Reiſige. Fördert ja die That, denn Eile wird den Lohn vergrößern.

Der König. Allzu haſtige könnte ihn aber ver⸗ nichten, darum zagt nicht, wenn ich etwas ſpäter er⸗ ſcheine, euch vielleicht ſchon Rachricht vom glücklichen Erfolge bringe.

Der Reiſige. Das gebe Gott, ich will indeß