Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
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Der König. Wie nennt ſich dein Herr?

Der Reiſige. Hm! Ihr ſeyd ſehr neugierig. Wenn ihr wirklich einer von den Sbern des Bundes und in ſeine Geheiiniſſe eingeweiht ſeyd, ſo werdet ihrs leicht errathen können.

Der König. Ihr ſeyd Ottos Abgeſandter.

Der Reiſige. Wohl geſprochen! Ihr müßt alſo ſchon unterrichtet ſeyn?

Der König. Ich bins vollkommen.

Der Reiſige. So kann ich mich euch auch ohne Rückhalt vertrauen. Mein Kaiſer Otto ſendet mich zu euerm Hauptmann, ich habe ihm ein Schreiben wich⸗ tigen Inhalts zu übergeben. Die geheime Pforte, durch welche des Kaiſers Boten ungeſehen in die Burg gelangen können, war mir ſchon lange bekannt, aber der Weg zu euerm Hauptmanne ſcheint mir der vie⸗ len Gäſte wegen unſicher. Ihr werdet ihn und mei⸗ nen Herrn daher gleich ſtark verbinden, wenn ihr ihm ingeheim meldet, daß im hinterſten Vorhofe ein Bote ſeiner harrt und zu ſprechen wünſcht.

Der König. Gern, mein Lieber, wollte ich deine Bitte erfüllen und mich dadurch der Gunſt deines Kaiſers würdig machen, aber unſer Hauptmann ſpielt eben mit dem Könige Schach, das Spiel begann erſt jetzt und wird ſchwerlich vor der Abendtafel enden. Du weißt, daß dies Spiel keine Störung erlaubt, und wagte ich ſie doch, ſo könnte mein Eifer leicht des Königs Aufmerkſamkeit, vielleicht gar ſeinen Arg⸗ wohn erregen.

Der Reiſige. Ihr habt Recht, aber es iſt nicht gut, daß ihr Recht habt, der Auftrag iſt dringend und die Zeit koſtbar.

Der König. Iſt dir der Inhalt des Schreibens bekannt?

Der Reiſige. Laßt mich dieſe ng an euch

Löwenritter 3.