Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
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Aufnahme freuen und ihn unter die Glücklichſten zäh⸗ len kann?

Indeß der Bundeshauptmann mit ſeinen Geprüften alles zur Ausführung dieſes Plans ordnete, um mit mehr Ueberlegung handeln zu können und den Tag der Aufnahme abſichtlich verzögerte, fing der junge König an, Argwohn gegen die Treue der Löwenritter zu ſchöpfen. Ihre geheimnißvolle und daher oft kalte Miene, mit welcher ſie vor ihm erſchienen, das heim⸗ liche Liſpeln und plötzliche Schweigen, wenn er ſie von ungefähr überraſchte, vermehrte ſeinen Verdacht. Er ſah ein, daß es ganz in ihrer Macht ſtehe, ihn unglück⸗ lich zu machen, daß er daher nicht weiſe und klug ge⸗ handelt habe, als er, nur von einigen Wenigen beglei⸗ tet, ſich nach Deutſchland wagte, wo Otto noch ſehr viele Anhänger zählte, und wenn er durch glänzende Verſprechungen die Löwenritter an ſich locke, ihm Frei⸗ heit und Krone auf immer rauben könne. Wie er

einſt an einem ſchönen Abende mit dieſen und ähnli⸗

chen Gedanken in der Burg umherwandelte, abſichtlich zur beſſern Beherzigung die Einſamkeit ſuchte, und im entfernteſten Hinterhofe auf und ab ging, ſah er einen unbekannten Reiſigen durch ein kleines Pförtchen herein⸗ ſchleichen und ſchüchtern umherblicken. Er trat abſeits, um ihn im Vorübergehen beſſer betrachten zu können, aber der Reiſige erblickte und näherte ſich ihm.

Der Reiſige. Ihr ſeyd doch einer der Ritter des Löwens?

Der König. Ich bins.

Der Reiſige. Könnt mir alſo wohl mit Ge⸗ wißheit ſagen: ob König Friedrich noch auf dieſer Burg weilt?

Der König. Noch iſt er hier.

Der Reiſige. Dank euch für die angenehme Nach⸗ richt, ſie wird das Herz meines Herrn ſehr erfreuen.