Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
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beten, daß die That raſch und wohl gelingen mögt. Friedrich eilte mit dem Schreiben nach dem Gar⸗ ten; ihm ſchauderte vor der Gefahr, in welche ihn ſeine Unvorſichtigkeit geſtürzt hatte; er war noch un⸗ entſchloſſen: ob er das Schreiben öffnen oder ſogleich enifliehen und ſich aus der verrätheriſchen Burg ret⸗ ten ſollte? Heiße Thränen traten oft in ſein königli⸗ ches Auge, wenn er überlegte: wie edel, wie uneigen⸗ nützig die Ritter des Löwens in Sicilien an ihm ge⸗ handelt hatten, und wie ſie jetzt dieſe That durch treu⸗ loſe Verrätherei, durch Verletzung der Gaſtfreiheit ver⸗ nichten wollten. Er hatte wohl Veränderung in ihrem Betragen gemerkt, den Einfluß ſeines Nebenbuhlers geahnet, aber doch nie erwartet, daß er ſo ſchnell, ſo mächtig wirken werde. Unter dieſen Betrachtungen er⸗ reichte er einen einſamen Platz, und beſchloß, ſich durch die Eröffnung des Schreibens von der Wahrheit zu überzeugen. Er zitterte und bebte, als er folgendes las:Lieber Getreuer! Der Erzbiſchof von Mainz, euer thätiger Bundesgenoſſe, hat mir durch Eilboten die frohe Nachricht geſandt, daß er durch liſtige Ver⸗ ſprechungen den jungen König Friedrich nach Deutſch⸗ land und glücklich in eure Falle gelockt habe. Ich erfuhr durch getreue Kundſchafter den Tag ſeiner Ab⸗ reiſe, ehe er ſie begann; um allen Verdacht eines Verſtändniſſes zwiſchen uns aus ſeiner Seele zu ent⸗ fernen, ihn zur Ausführung ſeines Plans nur noch mehr zu reizen, verlegte ich mit meinen Haufen ab⸗ ſichtlich die Straßen, welche nach Deutſchland führen, und ließ es ihm durch ſcheinende Verräther weislich kund machen, daß ich ſie verlegt hatte, denn in Zta⸗ lien hätte mir ſeine Gefangenſchaft doch nichts genützt, weil er dort noch viele Anhänger beſitzt und Tauſende zu ſeiner Befreiung gegen mich aufgeſtanden wären. Die Abſicht gelang vollkommen; er entfloh heimlich