Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
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ten. Schon nahie ſich der Abend, ſchon die Stunde zur Tafel, ehe ſie geendet war, aber keiner der Hor⸗ chenden wollte eſſen und trinken, bis er alles erfahren hatte. Hoch ſtaunte Farnsburg und ſeine Ritter mit ihm, als Friedrich die Geſchichte von Grafen Diepolds ſchneller Hinrichtung erzählte; nun ward ihnen mit einmal das ſeltene Räthſel gelöst, welches ſie ſo oft und anhaltend beſchäftigt und bis nach Sicilien gelockt hatte; nun wards ihnen klar und hell, daß eben die⸗ ſer Diepold der unbekannte Alte war, welcher beim Todtenmahle mit an der Trauertafel ſaß, und am Abende den Bundeshauptmann ſammt ſeinen Burgge⸗ noſſen ſo ſchrecklich getäuſcht hatte. Der alte Farns⸗ burg freute ſich ſehr, daß ihm noch vor ſeinem Tode dieſe Erklärung ward, weil es ihn in Stunden der Einſamkeit oft zum Nachdenkenzur Trauer verleitet hatte; aber er bedauerte auch eben ſo ſehr, daß der großmüthige Sultan diesmal ſo ſtreng gegen die Thä⸗ ter verfuhr, und ihm dadurch alle Hoffnung raubte, je zu erfahren, wie Diepold dieſe That mitten in einer wohlbewachten Burg ſo glücklich und ohne Entdeckung ausführen konnte? Er erinnerte ſich jetzt und rufte einige alte Ritter zu Zeugen auf, daß dieſer Graf Diepold in ſeinen Jünglingsjahren wirklich nicht allein in Schwaben lebte, ſondern auch Aufnahme in den Löwenbund gefordert habe; da er aber die Probe nicht beſtand und jene ihm nicht werden konnte, ſo war er von ſeinem alten Vater, welcher den Bund leidenſchaft⸗ lich liebte, zur Strafe ſeiner Feigherzigkeit verſtoßen

worden, und zog damals, wie andere ſich erinnerten,

unter der Fahne des Biſchofs von Bamberg nach dem

heiligen Lande, wo er in der Folge wahrſcheinlich zum

Verräther der Chriſten wurde und ſeinen Glauben ver⸗ läugnete. Rache über die Strafe, welche ſeine Feigheit

einſt der Löwenritter wegen erduldete, war glfo vor⸗