Der alte Farnsburg. Nur ich nicht. Schöne Gräfin, ihr habt mich ganz vergeſſen, auch ich mache Anſpruch auf eure Freundſchaft, auch ich will euer Vater werden.
Adelgunde. Auch euch will ich ein Amt beſtim⸗ men: Ihr ſollt am Tage unſers Glücks meinen künfti⸗ gen Gatten mit allen Ehrenzeichen eures Bundes zieren.
Der alte Farnsburg. Nun, Eſchenbach? Hoffſt du ſie in ſo kurzer Zeit alle zu verdienen?
Adelgunde. Hat ers nicht ſchon? Oder iſt dies kein Verdienſt in euern Augen, daß er ſein Leben für ſeine Brüder wagte? Im Gefängniſſe für ſie ſchmach⸗ tet? Mit ihnen zum Tode ging? Könnt, wollt ihr
mehr noch fordern?
Der alte Farnsburg. Sieh, ſieh! Wie ſchön, wie warm ſie ihn vertheidigt; aber ſie hat Recht: außerordentliche Thaten heiſchen außerordentlichen Lohn! Bald ſoll euer Wunſch erfüllt werden, aber dann for⸗ dere ich auch Lohn von euch.
Adelgunde. Er ſoll euch werden, ich will euch meinen zweiten Vater nennen.
Heinrich und Ludwig. Und uns Brüder?
Agnes, Klara und Adelheid. Und uns
Schweſtern?
Adelgunde(ſehr gerührt). Dank! Dank euch allen! Ihr macht mich zu glücklich! Solch ein Glück konnte ich nie erwarten.
Das Geſpräch nahm bald eine andere Wendung. Farnsburg forderte eine treue Erzählung aller Bege⸗ benheiten und Thaten, welche auf der Hin⸗ und Rück⸗ reiſe, dann im heiligen Lande ſich zugetragen hatten. Friedrich ward Erzähler derſelben, alle Gegenwärtigen vrängten ſich in dichten Reihen um ihn her, um alles
hören und bewundern zu können. Ich übergehe die
Fragen und Antworten, we
lche dieſe Erzählung oft ſör⸗


