Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
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tönnen, und dann, Freund, koſtet es euern kraftvollen Händen kaum eine halbe Stunde Arbeit, und wir ha⸗ ben ſie durchbrochen, können ungehindert in den Thurm kriechen, in welchem die theuern Pfänder unſrer Liebe in Ketten ſchmachten.

Cſchenbach. Bis hieher iſt dein Plan ſicher und gut, ausführbar und möglich! Doch laß weiter hören! Wenn wir nun im Thurme ſind?

Der Greis. Dann haben wir wahrſcheinlich ſchon einen oder eine gerettet.

Eſchenbach. Auch um des einen willen würde ich mit Freuden mein Leben wagen. Aber wie retten wir die übrigen?

Der Greis. Da gebt ihr Rath, ſo weit hat mein Plan noch nie gereicht.

Eſchenbach. Wirds der meinige wohl vermögen? Wollten wir auch die Thüre des Gefängniſſes von innen erbrechen, was könnte es nützen? Der Lärm, vas Geräuſch in der ſtillen Nacht würde dann ſicher die Wächter herbeirufen.

Der Greis. Sehr wahrſcheinlich, aber eben dieſe werden auch die Schlüſſel der Thüren mit ſich bringenz ſollte eure tapfere Fauſt ſie dann nicht erkämpfen können?

Eſchenbach. Sind wir allmächtig? Was vermö⸗ gen wir wenige gegen ſo viele? Wie wollen wir eine Beſatzung von Hunderten überwältigen, ſie werden die Rache des Sultans fürchten, und die Gefangnen mit der Gefahr ihres Lebens aufs hartnäckigſte vertheidigen. O wäre dein Rath früher gekommen, hätte er noch die Ritter unſers und deines Bundes getroffen, dann

Gewalt räthlich geweſen, dann hätten wit ſicher geſicgt. 7

Der Greis. Argwohnte ich nicht immer, bat ich nicht oft

Eſchenbach. O, Vorwürfe ändern die Sache nicht!