Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

27.

antwortete nicht. Ich harrte dort ſpät bis an den Abend, und kam erſt im Dunkeln nach meiner Herberge zurück. Ich durchwachte die ganze Nacht mit Planen mancher Art; als ich aber fand, daß ich keinen ohne Hilfe ausführen könnte, ſo beſchloß ich, die Zeit nicht unnütz zu verſäumen, euch aufzuſuchen, und mit euch zu über⸗ legen, wie wir Rettung möglich machen können.

Eſchenbach. Gott, wenn dies in meiner Macht ſtünde, wenn meine Hilfe nützen könnte, wie glücklich wollte ich mich dann dünken!

Der Greis. Die Ausführung meines Plans iſt leicht und möglich. Ihr habt doch der treuen Ritter noch mehrere bei euch?

Eſchenbach. Nur viere ſind mit mir zurückgeblieben.

Der Greis. Ihre Zahl iſt groß genug, mehrere würden uns nur verdächtig machen.

Eſchenbach. Theurer Vater, ſprecht nur, rathet nur, wie wir nützen können? Furcht vor dem Tode ſoll uns nicht ſchrecken.

Der Greis. Nur ruhig! Kalte Ueberlegung, nicht raſcher Eifer iſts, was ich von euch fordere. Ihr müßt mir, als Pilger gekleidet, nach der Veſte Dai folgen.

Eſchenbach. Freudig und willig.

Der Greis. Sichere Geleitsbriefe will ich beſor⸗ gen, ihr ſeht indeß, wie ihr feſter Brechſtangen und ſcharfer Hakken habhaft werden könnt, dieſe müßt und⸗ könnt ihr unter dem kangen Pilgerkleide verbgrgen tragen.

Eſchenbach. Ha! Ich verſtehe dich!

Der Greis. Wir ziehen dannsim Namen des Herrn aus, und leiten unſre Reiſe, dämit wir um die Dämmerungszeit unweit der Veſte eintrefſen. Da die Wächter jetzt unbeſorgt ruhen, die Seite des Thuis ohnehin von aller Wache entblößt iſt) ſo wirds uns leicht gelingen, unentdeckt bis zum Dickicht, und un⸗ ter dem Schutze deſſelben an die Mäer ſchleichen zu