Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
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Ich erfuhr, daß der großmüthige Sultan eben jetzt auf der Veſte Dan Hof halte; ich ſchleppte mich hie⸗ her, um ihm meine Noth zu klagen, und ſah ihn jetzt, ohne daß ich ihn ſprechen konnte, im ſchnellſten Fluge nach Syrien hinabziehen.

Der Knecht. Ja! Hätteſt dich beſſer fördern ſol⸗ len! Die Reiſe kam geſchwind und unverhofft. Indeß iſts vielleicht gut, daß du ihn nicht trafſt. Er iſt den Chriſten nicht mehr hold, und wird wohl ſchwerlich an ihnen weitere Großmuth üben: ſie haben's ihm ſchlecht gelohnt.

Ich. Was kann ich Unſchuldiger dafür? Womit haben ihn denn die Unvorſichtigen, die ſeines Schutzes ſo ſehr bedürfen, beleidigt?

Der Knecht. O da bedürfte es der Erzählung in Menge, und dazu hab' ich keine Zeit. Sie haben ihm ſein liebſtes Weib entführt, aber er wirds ſchreck⸗ lich rächen. Die ſchnelle Reiſe hat zwar die Rache verzögert, aber nicht aufgehoben.

Ich. Mich kann ſie nicht treffen, ich habe keinen Theil daran. Wann kehrt er denn wieder? Kann ich ihn nicht erwarten?

Der Knecht. Wenn dir an einigen Monden Zeit nichts gelegen iſt, wenn du unter diefer Zeit Nahrung und Speiſe findeſt, ſo kannſt du immer harren, bis er wiederkehrt.

Ich. Wie? So lange ſollte er ausbleiben?

Der Knecht. Wayrſcheinlich noch länger. Er zieht bis nach Antiochien hinab, wo fein Vater jetzt Hof hält. Vor einer Stunde langte ein Eilbote von ihm mit der Nachricht an, daß ganz Phrygien und Kapadozien ſich wider ihn empört, und in großen Hau⸗ fen ſich Antiochien nähere; muß er nun den Aufruhr ſtillen und bis dorthin ziehen, ſo kannſt leicht er⸗ meſſen, daß ſeine Wiederkehr ſich lange Lerzögern wird