mächer übereinander, von der höchſten Höhe bis zur größten Tiefe herab, erbaut wären. In dieſen ſchmach⸗ teten während der Zeit ſeines Aufenthalts daſelbſt im⸗ mer Gefangne, die der damalige Sultan Saladin oft insgeheim dahin ſandte, oft auch dort tödten ließ. Als Korradin das Land erbte und die Veſte zum erſtenmale beſuchte, ließ er die Thüren der Kerker öffnen, und ſchenkte allen ihren Bewohnern die Freiheit. Jetzt aber, fügte er hinzu, ahmt er die Sitte Saladins nach; ſchon einigemal ſah ich Gefangne führen, welche dort wohl ihren Tod finden werden.—— Ich forſchte vergebens nach mehrerm Lichte: er kam jetzt ſelten nach der Veſte, und wußte nichts von allem, was dort vorging. Am andern Tage, als ich eben wieder in die Gegend des Thurms wandern wollte, jagte ein Trupp Reiter die Straße herauf. Ich erkannte die Leibwache des Sul⸗ tans, und bald auch den Sultan ſelbſt. Ich warf mich zur Erde, und der Haufen zog vorüber, Da er von der Veſte herab kam und gen Syrien ſich lenkte, da bald hernach auch die Kameele folgten, welche ſein Gepäcke trugen, ſo fing mein Herz zu zagen an. Es dachte ſich die Rache vollendet, und ſah den geſättig⸗ ten Tyrannen heimkehren. Verſunken in Trauer, blieb ich an der Straße ſitzen, und hätte nicht gezagt, wenn man mich entdeckt hätte, weil keine Hoffnung mehr mein Herz belebte. Ein Knecht, der ein Kameel am Zügel leitete, ſah mich ſitzen und blieb vor mir ſtehen.
Der Knecht. Was fehlt dir, Alter? Dein Geſicht verkündigt große Trauer.
Ich. Soll ich nicht trauern? Ich bin ein Chriſt, und wallfahrtete von Akkon aus nach Jeruſalem Sul⸗ tan Korradins Verheißungen trauend, wanderte ich ſicher auf der geleitfreien Straße. Nahe bei Samaria überfiel mich ein Trupp Reiter, raubte mir all' mein Gold, und ſchlug mich zum Lohne noch erbärmlich⸗
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