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gewaltig erſchüttert. Ich zitterte und bebte, wie ich mir das Loos der Gefangnen dachte, mein Blut ſtand ſtille, wenn ich überlegte, daß jede Rettung unmöglich, jede Hilfe zu ſpät erſcheinen würde. Gern wäre ich nach der Veſte geſchlichen, hätte dort umhergeſpäht und nähere Kundſchaft geſammelt; aber ich wollte es nicht wagen, weil einige von der Leibwache des Sultans mich erkennen, mein freiwilliger Tod nichts zur Erlö⸗ ſung der Armen beitragen konnte. Und doch ließ mich mein Herz nicht von dannen; ich nahm Herberge bei einem Griechen, der unfern davon ſeinen Acker beſtellte, und es treuherzig glaubte, daß ich ſehr matt und krank ſey. Er pflegte meiner nach Kräften, und erlaubte mir willig, einige Tage in ſeiner Hütte auszuruhen. Ich nutzte dieſe Zeit trefflich. Unter dem Vorwande, mich in der Sonne zu wärmen, ſchlich ich ins Freie, und näherte mich auf Abwegen der Veſte. Leider über⸗ zeugte mich mein Auge, daß die kühnſte Fauſt die Mauern derſelben nicht zu erklettern vermöge. Sie ſtehen hoch auf glatken Felſenwänden gethürmt da, und trotzen bei der ſorgloſeſten Vertheidigung jedem Ueber⸗ falle. Zwar ſenkt ſich an der Nordſeite der Fels bis zum Boden herab und bildet eine Oeffnung, doch hat die Kunſt ſolche mit einem dicken Thurme verſchloſſen, der nicht allein die Lücke füllt, ſondern auch empor bis zu den Mauern reicht, und ſo die Veſte ungränzt. Da ich in dem Thurme enge Oeffnungen erblickte, die mit Gittern verwahrt waren, ſo muthmaßte mein Herz, daß hier wohl die Unſchuldigen im tiefen Kerker ſchmach⸗ ten würden. Um meiner Vermuthung gewiß zu wer⸗ den, leitete ich beim Abendmahle das Geſpräch nach der Veſte. Mein Wirth hatte dort ſechs Jähr als Kuecht gedient; er beſchrieb mir mit großer Geſchwä⸗ tzigkeit alle Gemächer derſelben, und endlich auch den Thurm, in welchem ſeiner Erzählung nach dreißig Ge⸗


