Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
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des Todes gewohnt, ſie fürchten ihn nicht. Kämpften ſie nicht gleich Löwen bei Cäſarea! Hätte ich damals vermuthen können, daß ſie uns der Arbeit ſo viele, ſich ſelbſt den bitterſten Tod bereiten würden, ich hätte ihr Leben mit einem tüchtigen Kolbenſchlage geendet.

Der Zweite. Wäre jetzt wahrlich gut gethan. Andre raſten in Ruhe, pflegen ihres Leibes, tändeln mit ihren Weibern, und wir müſſen raſtlos nach Opfern der Rache umherjagen. Was wird unſer Lohn ſeyn?

Der Erſte. Daß wir zuſehen können, wie ſie ge⸗ martert und gequält werden. Sein Grimm, ſein Zorn

iſt noch immer gleich fürchterlich! Wie ich geſtern die

Weiber von Jeruſalem heraufbrachte, und ſie ſo troſt⸗ los die Hände rangen, als ſie aufs neue die Thüren der Gefängniſſe geöffnet ſahen, da lachte er zwar laut auf, aber es war ein Gelächter, das ich um meiner Seelenheil willen nicht in ihm erregen möchte.

Der Zweite. Was nur der Kaufmann verbro⸗ chen hat, den wir jetzt von Tyrus abholen müſſen?

Der Erſte. Vielleicht hat er die Flucht der Sul⸗ tanin befördert! Vielleicht Theil daran genommen!

Der Zweite. Er wird wohl auch ſeine letzte Reiſe beginnen?

Der Erſte. Was iſt wahrſcheinlicher als dies?

Der Zweite. Dann, Freund, wollen wir klüger handeln, Kaufleute haben immer Gold und Silber in Menge, da kanns Gelegenheit geben, unſre leeren Beu⸗ tel zu füllen.

Der Erſte. Ein herrlicher Gedanke, um ſo mehr der Ausführung werth, weil's nie enideckt werden wird. Komm! Laß uns eilen, jetzt wird Eile doch belohnt.

Sie ſchwangen ſich nun auf ihre Roſſe und jagten

nach Tyrus hinab. Ich brauchte lange Zeit, ehe ich

Faſſung erhielt, ihr Geſpräch hatte mein Herz allzu