Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
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als ſie Ludwigen in den Armen ſeines Weibes erblick⸗ ten; er war eben von Jeruſalem wiedergekehrt und hatte die ſichere Nachricht mitgebracht, daß weder Klara und Agnes, noch Friedrich und Heinrich dort anzu⸗ treffen wären. Da die Geheimniſſe des Harems, folg⸗ lich auch Adelgundens Flucht nicht zu den Ohren der Chriſten gekommen waren, da ſie immer noch glaub⸗ ten, daß die wohlthätige Sultanin wirklich von den Flammen ſey verzehrt worden, ſo war der Inhalt der. Nachrichten, welche Ludwig dort geſammeilt hatte, kei⸗ neswegs Stoff zur neuen Trauer. Ihm und allen, welche nicht von Sidon kamen, ſchien es ganz natür⸗ lich, daß die Ritter, als ſie ihre Freiheit erhielten, nicht gen Akkon gezogen waren, weil damals Kdrra⸗ din die Stadt noch vergebens belagerte. Eben ſo wahrſcheinlich war's, daß ſie ihre Weiber nahe vor Jeruſalem unverhofft gefunden und mit ſich genom⸗ men hatten. Noch gewiſſer als alles Vorhergehende ſchien es ihnen aber, daß die Ritter irgend einen Ha⸗ fen erreicht hatten, nach Cypern übergeſchifft waren, und dort vielleicht erſt jetzt die frohe Botſchaft des Friedens erfahren würden. Eſchenbach beſtärkte ſie nach Kräften in dieſer Meinung, weil Wahrheit nichts fruch⸗ ten, wohl ſchaden könnte, und er nicht die frohe Hoff⸗ nung vernichten wollte, daß ihr tapferer Anführer bald Theil nehmen würde an der Freude des glücklich ge⸗ ſchloßnen Friedens. Am andern Tage zählte Ludwig

die zu Akkon verſammelten Ritter ſeines Bundes: es waren ihrer drei und zwanzig, und keine Hoffnung,

daß ihre Anzahl ſich mehren werde, weil ſchon alle die in der Gefangenſchaft ſchmachteten, zurückgekehrt waxen. Viermal achtzig zogen aus, die meiſten hat⸗

ten ihren Tod auf dem Schlachtfelde bei Cäſaren ge⸗

funden, nur wenige waren bei der Belagerung von

Dok und Akkon gefallen. Keiner der Lebenden war

Löwenritter 3. 2