Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

15

ſchied von ihren Freunden, und auch von dem alten Prieſter, den ſie um deswillen ſo herzlich liebten, weil er innigen Antheil an ihrem Kummer genommen hatte. Zieht im Namen des Herrn, ſprach dieſer zu ihnen, ich würde euch willig folgen, wenn mich nicht mein Herz zurückhielte. Vielleicht öffnet ſich nach euerer Abreiſe mancher verſchloßne Mund, ich will im Ver⸗ borgnen lauſchen, und findet mein Verdacht Nahrung, wird er durch Gründe unterſtützt, ſo will ich gewiß nicht ſäumen, euch zvo nicht zur Rettung, doch zur Rache herbeizurufen. Auch will ich der wenigen Tage meines Lebens nicht achten, will im Sarazener Lande nach Kundſchaſt umherſpähen, und entdecke ich etwas, euch's ungeſäumt kund thun. Denn traut der Erfah⸗ rung eines Greiſes, die Ritter ſind ſammt der Dirne entweder ſchändlich ermordet, oder dem Sultan aus⸗ geliefert worden. Keins von beiden, erwiederte Eſchen⸗ bach, wünſcht unſer Herz, doch ſollteſt du irgend et⸗ was erfahren, ſo werden wir dir der Kundſchaft davon ewig Dank wiſſen. Die günſtige Jahrszeit zur Ueber⸗ fahrt nach Welſchland iſt ohnehin verſtrichen, wir wer⸗ den die folgende erwarten müſſen, und dann ſehen wir uns bald, und noch öfterer wieder. Am andern Tage ſchifften die Ritter nach Akkon, ſie rathſchlagten unterwegs oft, wie ſie den Weibern die Nachricht kund machen wollten; da ſie glaubten, daß dieſe von der Gefangenſchaft der Ritter und der glücklichen Rettung aus ſolcher keine Nachricht haben, ihre Männer viel⸗ leicht ſchon als todt beweinen würden, ſo beſchloſſen ſie, in dieſem Falle ganz zu ſchweigen, und nicht durch neuen Schmerz ein Unglück zu vergrößern, das jetzt mehr als wahrſcheinlich gewiß war. Traurig nahten ſie ſich dem Hafen, ſtill und ohne Geräuſch gingen ſie nach der Stadt, um durch irgend einen bekannten Ritter erſt ingeheim zu erfahren: wie es mit den Wei⸗