Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

wahrſcheinlich mit ihr entflohen ſey, um in einem un⸗ bekannten Lande ungehindert ſeine Buhlſchaft treiben zu können. Man bemühte ſich ſogar, dieſe Sage durch allerhand erdichtete Gründe zu unterſtützen und wahr⸗ ſcheinlicher zu machen. Viele wollten ſie in der näm⸗ lichen Nacht am Ufer des Meeres geſehen haben; an⸗ dere behaupteten, daß in eben dieſer Nacht eine Ga⸗ leere nach Cypern abgeſegelt ſey. Als dieſer Ruf ſich in der Stadt verbreitete, und auch zu den Ohren der Ritter kam, da ſammelte Eſchzubach ſeine Freunde, die Ritter des ſchwarzen Bundes geſellten ſich treulich zu ihm, ſie gingen vereint zum Könige, und forderten von ihm, daß er die kühnen Schänder der Ehre ihres Anführers entweder in die Schranken entbieten, oder wäre keiner der Rede geſtändig, des beleidigten Rit⸗ ters Ehre öffentlich retten ſolle. Der König verſam⸗ melte willig alle ſeine Hofleute, machte ihnen das Be⸗ gehren der Ritter kund, aber keiner der Feigen hob den ausgeworfnen Handſchuh auf, jeder nannte den Ruf eine abſcheuliche Lüge, und gelobte, dieſer nach Kräften zu widerſprechen.

So mancherlei Vorſtellungen ſich auch die Ritter von dem Verſchwinden Friedrichs und Heinrichs mach⸗ ten, ſo errieth ihr biederes Herz doch nie die wahre Urſache; ſie hielten ſolch eine Verrätherei für unmög⸗ lich, und geboten oft dem alten Prieſter Stillſchwei⸗ gen, wenn er dieſen Verdacht in ihren Herzen wecken wollte. Als ſie ungeachtet der genaueſten Nachforſchung nichts entdeckt hatten, viele Europäer ſchon nach ihrer Heimath ſchifften, und ſie befürchten mußten, daß die Weiber vielleicht troſtlos ihren Tod beweinten und von Akkon aus ebenfalls nach Deutſchland ſchiffen würden, ſo beſchloſſen ſie, dahin zu eilen, dieſe zu tröſten, und dann erſt noch einmal nach Sidon zurückzukehren. Wie der Tag ihrer Abreiſe beſtimmt war, nahmen ſie Ab⸗

1

3

3