loſen mitten aus dem Heere der Chriſten herauszu⸗ reißen. Mit dieſem Gedanken zog er von Jeruſalem aus, und nahm ſeinen Weg gen Sidon, weil die Bo⸗ ten ihn verſichert hatten, daß die Flüchtlinge in dieſer Stadt ihren Aufenthalt gewählt hätten. Plane man⸗ cher Art wurden unterwegs von ihm und ſeinen Ge⸗ treuen zur Ausführung ihres Vorhabens entworfen; aber keiner ſchien ſeinem Wunſche und dem glücklichen Erfolge ganz zu entſprechen. Es war immer nur ein Wagſtück, das, wenns fehl ſchlüge, jeden neuen Ver⸗ ſuch unmöglich machte. Noch ungewiß, wie er han⸗ deln würde und ſollte, langte er auf der Veſte Dan an, und ſandte vor allen Späher nach Sidon, die ihm Nachricht bringen ſollten: ob Adelgunde nebſt den Rittern wirklich in der Stadt wohne? Ob ſie nicht vielleicht auf dem Meere weiter zu reiſen gedächten? Wie die Boten zurückkehrten, erzählten ſie dem Sul⸗ kan, daß ſie mit eignen Augen Adelgunden am Fen⸗ ſter ihrer Herberge erblickt, daß ſolche nebſt den Rit⸗ tern mit des Königs Flotte abzureiſen gedächte, und daß man ſchon zu dieſer Reiſe die ſchleunigſten An⸗ ſtalten mache. Um dieſe alles vernichtende Abreiſe zu verhindern, um ſie wenigſtens zu verzögern, entſchloß ſich Korradin, den Chriſten einen äußerſt vortheilhaf⸗ ten Frieden anzubieten, und ſich zum einzigen Erſatze des Schadens die Auslieferung der Flüchtlinge zu be⸗ dingen. Möglich, daß König Aimerich dieſen Antrag ſtandhaft verwarf! Möglich, daß er, um das Blut ſo vieler Chriſten zu ſchonen, um die Feſſeln von Tau⸗ ſenden zu löſen und ſich ſelbſt den größten Theil ſei⸗ nes Eigenthums zu erhalten, des allgemeinen Beſtens wegen die Wenigen zu opfern beſchloß, und insge⸗
heim auszuliefern gebot. Aber noch weit möglicher ſcheint es, daß Korradins Abgeſandte ſich dieſer Be⸗
dingung wegen gar nicht an den ohnehin ſchwachen
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