Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
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9 ſer Schickſal! Ohne ſeinen Willen kann kein Haar auf unſerm Haupte gekrümmt werden, und ißts ſein Wille, daß wir unſchuldig leiden müſſen, ſo kann nur mu⸗ thiger Entſchluß und duldende Unterwerfung uns dort Belohnung hoffen laſſen.

Sie würden noch mehr geſprochen haben, wenn der Anführer nicht dazwiſchen getreten und im ehrfurchts⸗ vollen, aber ernſten Tone Stillſchweigen geboten hätte. Er theilte ſeinen Haufen in drei Theile, jeder davon nahm einen Gefangnen in ſeine Mitte und zog mit dieſem weiter. Am andern Tage erreichten ſie die Veſte Dan, und erblickten an den Thoren derſelben die Leibwache des Sultans. Adelgunde, welche vor⸗ auszog, konnte nur durch Blicke und Mienen die Rit⸗ ter darauf aufmerkſam machen; ſie ſahens, und be⸗ reiteten ſich ſtandhaft zum Tode, der hier ſo ganz ge⸗ wiß ihrer zu warten ſchien. Als ſie im Vorhofe an⸗ langten, wurden ihre Hände und Füße mit ſchweren Ketten belegt; die Sorgfalt, mit welcher man ſolche befeſtigte und ſogar an ihre Glieder anſchmiedete, be⸗ wies ihnen deutlich, daß ſie ſolche bis an ihren Tod tragen ſollten. Sie nahmen mit gerührtem Blicke von einander Abſchied, und wurden bald hernach in abge⸗ ſonderte Gefängniſſe geführt. Fürchterlich krachten die eiſernen Riegel, noch fürchterlicher knarrten die Angeln der Thüren; aber bald herrſchte Todtenſtille im fin⸗ ſtern, dumpfichten Kerker, und verlieh den Gefangnen Zeit und Gelegenheit, über ihr grauſes Schickſal nach⸗ zudenken. Wie dieſes ihnen ward, will ich indeß mei⸗ nen Leſern erzählen. Nur muß ich im Voraus erin⸗ nern, daß dieſe Erzählung ſich nur auf Muthmaßung und Wahrſcheinlichkeit gründet, daß die wahren Urheber dieſer ſchändlichen That im Verborgnen arbeiteten, und ſolglich nie ganz entdeckt wurden. Adelguſdens Liſt, mit welcher ſie ihre Flucht zu decken und guf immer