auf Roſſe gehoben und im ſchnellſten Fluge derſelben landeinwärts geführt. Wie der Tag graute und die nahende Sonne den Himmel röthete, erblickten ſie im Thale, welches vor ihnen lag, einen andern und grö⸗ ßern Haufen Reiſiger. Diejenigen, welche ſie führten, jagten auf dieſe zu, übergaben dem Anführer derſel⸗ ben die armen Gefangnen, und zogen fort, ohne ein Wort des Troſtes mit ihnen geſprochen zu haben. Banges Schrecken und Ahnung der gräßlichſten Mar⸗ ter erfüllte ihre Herzen, als ſie deutlich ſahen, daß ihre neuen Führer Sarazenen waren; Kleider, Waf⸗ fen und Sprache überzeugte ſie ganz, und unterdrück⸗ ten jeden Zweifel, mit welchem ihr Verſtand ſie zu tröſten ſuchte. Die Ehrfurcht, mit welcher alle, ſelbſt der Anführer des Haufens ihnen begegnete, die Sorg⸗ falt, mit welcher er ihre Feſſeln löste und die Wun⸗ den ſalbte, die dieſe ihnen verurſacht hatten, war ih⸗ nen Stoff zu neuem Kummer. Sie erkannten nur allzu gut, daß man für ihr Leben nur deswegen ſorge, um es zum qualvollern Tod aufzubewahren. Adel⸗ gundens Zuſtand war unter allen der ſchrecklichſte: ſie achtete zwar der ſchwarzen Zukunft nicht, die ih⸗ rer wartete, aber ihr Herz duldete Qualen der Hölle, weil ſie Urſache an dem Unglücke ihrer Wohlthäter geworden war. Ich bin, ſagte ſie zu Friedrichen, der neben ihr ſtand, ich bin zum zweitenmale ſchändlich verkauft, aber keine Thräne ſollte meine Wange ne⸗ tzen, mit lachendem Muthe wollte ich dem Tode ent⸗ gegen gehen, wenn ich nicht euch bei mir erblickte. O es iſt ſchrecklich, daß ich wieder in die Hände des Sultans überliefert werde, aber es iſt nöch weit ſchreck⸗ licher, daß man mich zu Mördern meiner Freunde und Wohlthäter macht.
Friedrich. Sey ruhig, nicht du, nicht unſre Feinde,
ſondern der da oben cgen Himmel zeigend) regiert un⸗


