Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
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Hofleute des Königs in den Gärten zu Sidon veran⸗ ſtaltet hatten, ward auch Friedrich, Heinrich und Adel⸗ gunde nebſt den übrigen Rittern geladen. Die Nacht war ſchön, das Feſt ſelbſt aber noch weit ſchöner. Es wurde mitten in einem dichten Palmwalde gefeiert; jeder der vielen Bäume trug mehr als hundert bren⸗ nende Lampen, welche die Gegend rings umher be⸗ leuchteten und das Licht der Sonne nachahmten. Al⸗ les war luſtig und fröhlich, alle tranken aufs Wohl des Friedens mehr, als ſie trinken ſollten, nur Hein⸗ rich und Friedrich ſaßen ſtill und in ſich verſchloſſen da, und gedachten in ihrem Herzen des Feſtes, wel⸗ ches ſie wonniglich feiern würden, wenn ſie ihre Wei⸗ ber geſund und glücklich wieder finden würden. Einer der vornehmſten Hofleute des Königs ſah, daß ſie nicht gleich den übrigen tranken; er bemühte ſich, ſie zur Nachahmung zu ermuntern; als aber ſein Zure⸗ den nichts fruchtete, ſo bat er ſie, mit ihm im Walde umher zu wandeln und ſich im Anſchalten des bun⸗ ten Gewühls zu zerſtreuen. Adelgunde, welcher ohne⸗ hin das Trinkgelag mehr als läſtig wurde, nahm wil⸗ lig auf ſeine Einladung an dieſem Spaziergange Theil. Eine geraume Zeit irrten ſie unter den Bäumen Um⸗ her; nachher gingen ſie weiter, um in der Ferne zu ſehen, wie der herrlich beleuchtete Wald ſich ausneh⸗ men würde. Eben ergötzten ſie ſich an dem wirklich ſchönen Anblicke, als hinter ihnen Geräuſch entſtand. Ehe ſie ſich umſehen und nach der Urſache deſſelben forſchen konnten, fühlten ſie ſich ſchon zu Boden ge⸗ worfen, und wurden ohne Barmherzigkeit mit Stri⸗ cken gebunden. Mehr als fünfzig bewaffnete Reiter ſtanden vor ihnen; der Hofmann war entflohen; ſie lagen allein gefeſſelt am Boden. Vergebens forſchten ſie nach der Urſache dieſes ſeltnen und unritterlichen Anfalls; keiner antwortete; ſie wurden ſtillſchweigend