Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
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denn die Freude der glücklichen Rettung thronte auf ihrer Stirne. Friedrich führte ſie nun im Kreiſe der Ritter als ſeine angenommene Tochter auf, und fragte Eſchenbachen insgeheim: ob ſolche eine Schönheit ſei⸗ nen Entſchluß nicht wankend machen könne?

Eſchenbach. Die Verſuchung iſt groß, und wenn ich unterliege, ſo magſt du es verantworten.

Er ſprach in der Folge viel mit Adelgunden, und ſie ſchien Behagen an ſeinem Umgange zu finden. Schon war der Tag zur Abreiſe der Flotte beſtimmt, als Boten des Sultans beim König Aimerich anlang⸗ ten und ihm geheime, aber annehmbare Friedensvor⸗ ſchläge brachten, die ſeinen längern Aufenthalt nöthig machten. Den Rittern war dieſer unverhoffte Verzug zwar nichts weniger als willkommen; aber die Hoff⸗ nung, daß mit dem Frieden ihnen ruhigere Tage wer⸗ den würden, tröſtete ihr ſehnſuchtsvolles Herz mäch⸗ tig. Sie ſahen ruhig zu, wie die Unterhandlungen von beiden Seiten mit größtem Eifer betrieben wur⸗ den, und freuten ſich innig, als durch die Hofleute des Königs allgemein bekannt gemacht wurde, daß der König einen rühmlichen Waffenſtillſtand mit dem Sul⸗ tane auf ſechs Jahr geſchloſſen habe. Die Bedingun⸗ gen waren bei damaligen Umſtänden für die Chriſten äußerſt vortheilhaft. Sie erhielten zwölf Städte, die der Sultan ſchon erobert hatte, wieder zurück. Ihnen ward freier Handel auf dem Meere und Lande zuge⸗ ſichert, und überdies erlaubt, daß ſie zu Jeruſalem am Grabe des Heilands Prieſter ſtiften und ungehindert dahin willfahrten konnten. Alle Gefangne wurden los⸗ gegeben und ihre Rückreiſe auf Koſten des Sultäns befördert. Der Jubel der Chriſten war groß, als dieſe frohe Nachricht ſich unter ihnen verbreitete. Sie feier⸗ ten Feſte mancher Art, und gaben herrliche Sieges⸗ nahle Zu einem derſelben, welches einige vornehme