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Adelgunde. Hört mir ruhig zu, ich will euch alles entdecken. Der Greis iſt ein Prieſter, welcher zu Jeruſalem in der Kapelle diente, in welcher ich euch ſah. Ich wählte ihn zu meinem Beichtvater, und da, ſein hohes Alter jeden eiferſüchtigen Gedanken des Sultans unterdrücken mußte, ſo war es ihm erlaubt, in der Kapelle gegenwärtig zu ſeyn, wenn ich dort anlangte. Sehr natürlich wars, daß ich ihm in den Stunden der Einſamkeit und Andacht mein ganzes Herz öffnete, ihm alle Anſtalten, die ich zu meiner Flucht machte, kindlich vertraute. Oft erwog ich mit ihm die ſchicklichſten Mittel dazu, aber ſeine Einſicht verwarf oft manche, die mir ausführbar ſchienen. End⸗ lich ſah und erkannte ich euch. Ich erzählte ihm, was ihr mir zu Sicilien wart und was ihr mir wieder werden könntet. Er billigte meinen Vorſatz, mit euch die Flucht zu ergreifen; aber er ſah auch allzu wohl ein, daß euer Biederſinn leicht Anſtand finden würde, dem Sultan, welchem ihr Dank ſchuldig wart, ſeinen Liebling zu entführen. Er rieth mir daher, euch uner⸗ kannt zu folgen, und nur am Ende der Reiſe für euern Schutz zu danken. Was nun alles geſchah, war ſein Rath, den ich treu befolgte. Da es immer mög⸗ lich ſchien, daß der wüthende Sultan, wenn ein Zu⸗ fall meine Flucht früh oder ſpät entdeckte, Rache an meinem Beichtvater nehmen, ihn vielleicht der Verfüh⸗ rung beſchuldigen könne, ſo beſchloß auch er, Jeruſa⸗ lem zu verlaſſen und in Sidon mit mir einzutreffen. So vft ich ihn nachher noch beſuchte, nahm ich Gold und Koſtbarkeiten mit mir, die er alle in ſeiner Zelle verbarg und mitzunehmen verſprach. Um allen Ver⸗ dacht zu vermeiden, zog er einen Tag früher als ihr aus, erwartete mich aber im Palmenwalde, und half mir meine Verſtellung ordnen, die ohne ſeine Hülfe


