Der Sklave wankte nun fort, und kehrte bald her⸗ nach mit gereinigtem Geſichte zurück; die gelbe Farbe ſeiner Wangen, ſein dicker Bart war verſchwunden; unter der Sklavenkappe lächelten jetzt ein paar große, ſchwarze Augen hervor, die um Vergebung zu flehen, und doch zu drohen ſchienen. Friedrich und Heinrich erkannten Adelgunden beim erſten Blick, aber ſie fan⸗ den keine Worte, ihre Verwunderung auszudricken.
Friedrich enach einer langen Pauſe). Bei Gott! Sie iſts! Sie iſts wirklich!
Der Greis. So haben meine dunkeln, alten Au⸗ gen alſo doch deine ſo hellſehenden beſchämt!—— Denkt nur, edle Jungfrau, er wollte mich mit Gewalt überreden, daß ihr nur ein gemeiner Sklave wärt!
Adelgunde. O warum raubtet ihr ihm dieſen Irrthum, den ich ſo gerne noch länger unterhalten hätte. Er wird nun die Möglichkeit der Gefahr ſcheuen, mich ohne Hilfe im fremden Lande zurücklaſſen! Doch
nein! nein! Er denkt zu groß, zu edel! Er ward ſchon ehe mein Retter, er wird's wieder werden! Nicht wahr, edler Ritter des Löwen, ihr werdet euch ferner noch meiner erbarmen, und nicht zugeben, daß ich ver⸗ zweiflungsvoll ein Leben ende, welches ich ehmals ſchon zum Geſchenke von euch erhielt.
Friedrich. Seyd ruhig, edle Jungfrau! ſo lange ich athme, will ich euer Leben, eure Sicherheit verthei⸗ digen! Fflicht und Dank verbinden mich gleich ſtark dazu! Ohne eure Hülfe wäre ich noch ein Gefangner, könnte nicht die ſüße Hoffnung nähren, einſt mein Weib, mein Vaterland wieder zu ſehen. Doch verzeiht meiner Neugierde, ſie hat der Fragen an ehch tauſende in Bereitſchaft, ich weiß nicht, wie ich ſie ordnen ſoll! Wie kamt ihr aus Sicilien nach Jeruſalem? Wie wur⸗ det ihr die Allgeliebte des Sultans? Wie ward euch der ſeltene Entſchluß, Reichthum, Glanz und Hoheit


