Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
Entstehung
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ſchon geſtern hier eintreffen ſollen. Doch ſchadet der kleine Verzug den Erfriſchungen nicht, die ich für euch zubereitet habe, ſie werden euch jetzt um ſo beſſer ſchmecken.

Friedrich(voll Erſtaunen). Seltener Greis, wie konnteſt du unſre Ankunft erwarten, wie konnteſt du vermuthen, daß uns eben ein Zufall nach dieſem Wäld⸗ chen und vor deine Thüre führen würde2

Der Greis. Derjenige, welcher im Buche der Zukunft zu leſen verſteht, kann dies und noch weit mehr nicht allein vermuthen, ſondern auch mit Gewiß⸗ heit behaupten. Als ich neulich mit dem Blicke des Forſchers Europa's Gefilde durchwanderte, da fand dich mein Blick an Siciliens ufern, ich weilte, und ſah zu, wie du ſo groß, ſo edel handelteſt. Deine That ge⸗ wann mein Herz, ich folgte dir überall, ich ſah, wie du bei Cäſarea kämpfteſt, wie du für's Wohl der Chri⸗ ſtenheit bluteteſt, und endlich unterlagft. Ich flehte zu Gott, und erweichte das Herz der Sultanin; ſie ſchenkte dir Freiheit, und mir das Glück, dich zu ſehen, dich zu umarmen, und dir vorzuſetzen, was meine Armuth vermag. Auch du, Heinrich, ſey mir willkommen, du ahmſt Friedrichen an Tapferkeit nach, du biſt würdig, ſein Bruder zu heißen.

Heinrich. Wunderbarer Mann, du mußt uns ehe ſchon geſehen und gekannt haben!

Der Greis. Ich verzeihe dir willig dieſen Arg⸗ wohn, weil meine Gabe ſo ſelten iſt wenig Menſchen ihre Wirkung erfahren, noch wenigere ſie zu üben ver⸗ ſtehn. Doch fordere kühn noch mehrere Beweiſe meiner Kunſt. Auf deiner Zunge ſchwebt eine Frage, gib ihr Worte, ich will ſie beaniworten.

Heinrich. Wahrlich, du haſt's errathen! ich wollte bei dir forſchen, wie es wohl unſern Weibern gehe?

Der Greis. Vor kurzer Zeit hätte ich dir ungerne