Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ge re en at m ie zu at

et

.

165

der Straße überlaſſen hatte, ſo zog ihr Herz ſie nach der Veſte Dok. Ob ſie gleich fürchteten, daß das feindliche Heer ihnen den Eingang verwehren, nicht zulaſſen würdé, daß der Widerſtand ſich mehre, ſo be⸗ ſchloſſen ſie doch um der Weiber willen es zu wagen, und träfe ihre Vermuthung ein, ſich gegen Akkon zu wenden, wo ſie wenigſtens Nachricht von erſtern zu erfahren hofften. Um die Reiſe und mit ihr die Ent⸗ ſcheidung ihres Schickſals nach Kräften zu fördern, wollten ſie am nämlichen Tage noch Roſſe kaufen. Als Friedrich zu dieſer Abſicht den Beutel öffnete, fand er auf dem Golde folgenden Zettel:Edler Mann! Ich habe dein Geſicht meinem Gedächtniſſe allzu gut eingeprägt und dich beim erſten Blicke erkannt! Wohl mir, wenn du dich auch noch der unglücklichen Adel⸗ gunde erinnert haſt. Sie hofft, daß du deine Freiheit als einen Beweis annehmen wirſt, daß ſie der Wohl⸗ that nicht vergißt und gerne dankbar ſeyn will. Doch mußt du, wenn du ſie genießen willſt, folgende Vor⸗ ſchrift aufs genaueſte und ohne Prüfung erfüllen. Uebermorgen, wenn die Sonne die Zinne des Tem⸗ pels zu vergolden anfängt, ziehſt du mit deinem Bru⸗ der aus der Herberge. Du kaufſt dir vorher zwei Roſſe und ein Kameel, das dein Gepäcke trägt. Du wählſt die Straße gen Sidon, und lagerſt dich bei »den hohen Palmbäumen, die unfern der Heerſtraße »grünen: dort wirſt du einen armen Cyriſtenſelaven finden, der dir dein Kameel leiten wird. Er iſt mit »im Geleitsbriefe benannt, er iſt wie ihr frei, und wird eure Reiſe nicht hindern, ſondern nach Kräften fördern. Wenn du alles dieſes getreu und nach deut⸗ ſcher Sitte erfüllen willſt, ſo gehe noch heute zur »Kapelle, in deren Vorhofe ich dich ſah. Nimm einen Palmzweig mit dir und lege ihn auf den Altar.

Lebe wohl und glücklicher als die dankbare Adelgunde