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„für welche ich euch halte. Die Sultanin zog in Pracht „und Glanze vor euren Augen vorüber, und ihr wan⸗ »det ſie abwärts, blicktet nicht einmal nach ihr hin, „da euch doch mehr als ein Blick vergönnt war. Furcht „kann euch nicht abgehalten haben, denn wenn ihr „ſeyd, wofür ich euch halte, ſo iſt dieſe enerm Herzen
„fremd, drum
kommt heute wieder nach der Kapelle,
»harrt im Vorhofe der Kommenden oder Rückkehren⸗ „den. Blickt kühn nach ihr, für die Folgen ſtehe ich.“
Die Ausführr
ing der verlangten That erforderte nun
mehrere Ueberlegung, denn ſie war mit Gefahr ver⸗ bunden. Leicht konnte ihr frecher Blick die Sultanin
beleidigen und reizen; doch da
ein Wink von ihr des Pöbels Rache der unbekannte Schreiber im Voraus
—
überzeugt zu ſeyn glaubte, daß Furcht und Gefahr ſie nicht hindern würde, ſo waren ſie ehrgeizig genug, dieſen Glauben zu beſtätigen, und gingen hin. Sie
kamen diesmal früher; noch war die Sultanii nicht
hier, aber kaum hatten ſie Platz in der Kapelle ge⸗ nommen, ſo erſchien ſchon ihre Leibwache, um alles,
was Mann ſſch nannte, daraus zu verjagen.
Schon
im Vorhofe kam ihnen die Sultanin entgegen; ſie
blickten mit feſtem Blicke nach den dichten Schleier, der ihr
ihr hin, und ſie ſchlug Geſicht verhüllte, mit
einmal zurück. Friedrich und Heinrich ſtaunten; ſie lächelte und ging nach der Kapelle. Jeder forſchte nun
ei den andern: und beide kamen
ob ſein Auge recht geſehen habe? vollkommen darin überein, daß die
Sultanin die Gräfin Adelgunde von Zekano ſey. Sie
beſchloſſen nun, Rückkehr zu erwa ein Dollmetſcher,
um ſich ganz zu überzeugen, ihre rten; ehe aber dieſe erfolgte, erſchien der ihnen in ernſten Ausdrücken kund
machte, daß ſie entweder bei Annäherung der Sulta⸗ nin ſich der morg entfernen müßten.
enländiſchen Sitte fügen, oder ſchnell Sie wählten das letztere, und gin⸗


