Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
Entstehung
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Kräfte vermindert hätte. Noch war kein Monden ver⸗ floſſen, ſo hatte gute Pflege dieſes erſetzt, und der kößtlichſte Balſam ihre Wunden geheilt. Um dieſe Zeit führte man ſie nach Jeruſalem; ſie würden bei dem unthätigen, thatenloſen Leben, welches ſie jetzt zu füh⸗ ren gezwungen waren, ſich willig den Mauern dieſer heiligen Stadt genähert haben, wenn die Reiſe dahin ſie nicht immer weiter von ihren Weiberp und dem chriſtlichen Heere entfernt hätte. Beider Schickſal ruhte ſchwer auſ ihren Herzen; ſchon zu Cäſarea hatten ſie vernommen, daß Korradin die Veſte Dok belagere. Mächtigere Fieberkälte ſchüttelte ihre Gebeine, wenn ſie ſich die Weiber noch auf dieſer dachten, und nur die Hoffnung, daß der Tauben Botſchaft ſie früh ge⸗ nug gewarnt und nach Akkon getrieben hätte, hielt ihren Muth aufrecht. Noch eins gab Friedrichen Stoff zur neuen Qual. Die Fahne des Bundes war in der unglücklichen Schlacht verloren gegangen. Er wußte nicht: ob Eſchenbach, der ſie trug, im Getümmel ſei⸗ nen Ruf verſtanden und ſich mit dem König gerettet habe? Oft ſprach er mit Heinrichen darüber, und er⸗ innerte ihn an die Worte ihres Hauptmannes, der Schande und Hohn allen denen verheißen hatte, welche ohne dieſe lebend zurückkehren würden. Freude durch⸗ glühte zum erſtenmal wieder ſein Herz, als ihm durch einen gefangnen Knecht die ſichere Nachricht ward, daß er, als der König den Felſen gewann, die Fahne des Bundes noch auf der Spitze deſſelben habe wehen ſehen. Da es den Rittern erlaubt war, frei und un⸗ gehindert zu Jeruſalem umherzugehen, ſo beſuchten ſie alle heitige Oerter, und beteten dort für der Chriſten Wohl, weil ſie nicht für ſolches fechten konnten. Als ſie einſt um Mittagszeit in ihre Herberge zurückkehr⸗ ten und die Speiſen genießen wollten, welche ihnen lederzeit aus des Sultans Palaſte geſandt worden, Löwenritter 2. 11