Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
Entstehung
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Adelgunde. Weil ich euch nicht ohne Noth Sorge und Kummer machen wollte, weil ich überdies euern deutſchen Biederſinn fürchtete, der's vielleicht für unrecht gehalten hätte, dem Sultan, der euch eun ſo erträglich machte, ſein Weib zu ent

ühren.

Friedrich. Wärſt du ſein Weib! Ich würde jetzt noch anders handeln; aber die verkaufte Jungfrau aus den Händen des Wollüſtlings zu retten, iſt Pflich des deutſchen Ritters, die er willig, auch mit Gefahr ſeines Lebens erfüllt. Sey daher unbeſorgt, erſt müß⸗ ten wir fallen, ehe man dich gefangen zurückführen könnte. Doch laßt uns jetzt genießen, was der wun derbare Greis uns zum Genuſſe vorgeſetzt hat, wi müſſen dann trefflich eilen, um ſo geſchwind als möh lich Sidon zu erreichen.

Der Greis. Zu was bedarfs der Eile, da ih ſo ſicher und ohne Gefahr ziehen könnt.

Friedrich. Mann mit dem prophetiſchen Geiſt ſiehſt du wirklich keine Gefahr? Forſche einmal mi deinem Blicke zu Jeruſalem umher, hat man die Fluch der Sultanin noch nicht entdeckt?

Der Greis. Noch nicht! und wie ſollte man es Ganz Jeruſalem glaubt, daß die Flammen ſie verzehl haben, und vieler Augen beweinen aufrichtig ihren ſe ſchrecklichen Tod.

Friedrich. Wird man auch noch weinen, wen man im Gartengebäude das gelöste Gitter, die aus ihrer Kleidung verfertigte Strickleiter entdecken wird⸗

Der Greis. Sieh! ſieh) wie das Alter vergi lich macht!(nachdenkend) Nein! deine Furcht iſt ohn Grund! Die Strickleiter ward zwar gefunden, abh ohne Unterſuchung weggeworfen, man glaubte, daß di erſchrocknen Stlavinnen ſich vor der Wuth der Flan men da hinaus gerettet hätten, und forſchte nicht weiten