Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
Entstehung
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ſpeiſen geboten hatte. Meine Muthmaßung betrog mich

nicht; und nun erfolgte, was euch ſelbſt ſchon bekannt iſt⸗

Der Greis. Nur eins mußt du noch zur Beru⸗ higung der Ritter erzählen: wie du entkamſt? Wie du deine Flucht vor jedem menſchlichen Auge verbargſt?

Adelgunde. Als es am Tage eurer Abreiſe zu grauen anfing, legte ich unter mein Lager viele brenn⸗ bare Sachen, und zündete ſolche an. Wie ich Flam⸗ men ſah, ſchlich ich leiſe durch die Gemächer meiner ſchla⸗ fenden Wärterinnen nach der Kapelle; dort kleidete ich mich ſchnell um, färbte mein Geſicht, und eilte nach dem Garten; ich erreichte das Gebände glücklich, band die Strickleiter feſt und ſtieg hinab. Ich ging in den Straßen ſo lange auf und nieder, bis man die Thore öffnete. Groß war meine Freude, als ich den Theil des Palaſtes, welchen ich bewohnte, in hellen Flammen ſehen ſah. Der Lärm, das Gewühle, welches das Jeuer in der ganzen Stadt erregte, war meiner Flucht ſehr günſtig. Ich hatte mich zwar mit einem Geleits⸗ briefe verſehen, welchen ich unter dem Thore aufzeigen wollte: da aber mein Anzug noch ſchlecht geordnet,

mein Geſicht unordentlich gefärbt war, ſo fürchtete ich

Entdeckung, und war herzlich froh, daß ich unter dem Schwarme, welcher zum Löſchen herbeieilte, mich durch⸗ drängen, und ungefragt das Freie erreichen konnte. Erſt im Palmwalde ordnete ich meinen Anzug voll⸗ ſändig, färbte im Glanze des Baches mein Angeſicht, und befeſtigte meinen Bart. Daß mir die Verſtellung gut gelang, beweist die Folge, weil die ganze Zeit der Reiſe auch nicht ein Gedanke des Verdachts in euch erwachte. Erſt wenn wir Sidon und dort die riſtliche Flotte glücklich erreicht hätten, würde ich mich euch ſelbſt entdeckt, und innig gedankt haben, daß ihr unter euerm Schutze mich mitnahmt und glücklich befreitet.

Frievrich. Und warum nicht eher, nicht früher?