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Um dieſe Zeit brach euer Heer von Akkon auf, ſiegte aller Orten, und weckte den ſchlummernden Korradin; wollte er nicht ſein ganzes Erbe verlieren, ſo mußte er ſich eiligſt dem reißenden Strome entgegenſtellen, der im ſchnellſten Laufe ſich Jeruſalem näherte. Mein Herz zagte, wenn es überlegte, daß nun bald meiner Brüder Blut fließen würde; aber es ſchlug auch laut vor Freude, wenn es dachte, daß ſein Peiniger ſich nun bald entfernen müſſe. Die Tage ſeines Abſchieds waren rauh und ſtürmiſch; oft wagte der kühne Jüng⸗ ling Gewalt, aber mein ernſter Blick, und die Ver⸗ ſicherung, daß ich auf der Stelle enden würde, ſchützte mich noch glücklich vor jeder Beleidigung. Er wollte mich mit ins Lager nehmen; ich widerſtand und ſiegte. Der Tag ſeines Auszugs war für mich ein Feſt, das mein Herz hoch feierte. Ich ſchwur damals ſchon zu
Gott, daß ich, ehe er wiederkehre, entfliehen, und könnte ich dies nicht, ſterben wollte. Von dieſer Zeit an war Flucht mein einziger Gedanke; ſie war äußerſt ſchwer, aber doch nicht unmöglich. Ich hatte noch volle Ge⸗ walt, Gnaden mancher Art auszutheilen und die Feſ⸗ ſeln eines jeden Chriſten zu löſen. Der Divan war zum Gehorſame gegen mich verpflichtet und mußte mein Gebot ohne Widerrede erfüllen; ich ſpähte emſig unter den Gefangnen, ob mein Auge keinen finden könne, dem es ſich vertrauen könnez aber es fand teinen; Grauſamkeit und Härte hatten den Leidenden allen Muth geraubt, ſie konnten, wenn ich ihnen die Freiheit ſchenkte, wohl mit Worten, aber nicht mit Thaten danken. Jede Siegesnachricht war meinem Herzen neue Marter, aber auch neuer Sporn zur Aus⸗ führung meines Plans; ich machte ihrer mehr als hun⸗ dert, mußte ſie aber alle verwerfen, weil ich nieman⸗ den fand, der auf der Flucht mich ſchützen, mich glück⸗ lich aus des Feindes Händen führen könne. lim auf


