Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
Entstehung
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Friedrich. Ich nenne mich Friedrich von Fro⸗ burg! Bin Ritter des tapfern Löwenbundes und abge⸗ ſandt von deſſen Hauptmanne, um Genugthuung von euch zu heiſchen und euch in die öffentlichen Schran⸗ ken vor Gottes Gerichte zu fordern.

Der Anführer. Wir ehren die Tapfern und wollen unſer Schwert nicht in ihr Blut tauchen! Wir gewähren euch die erſtere, und hoffen, ſie ſoll euch genügen!

Friedrich. Wie könnt, wie wollt ihr dieſe leiſten 2

Der Anführer. Höre, wie wir handelten, und urtheile dann erſt: ob wir's nicht vermögen! Wir haben deines Vaters Veſte nicht Räubern ähnlich über⸗ fallen! Wir haben eure Knechte nicht gemordet, nicht gefangen fortgeſchleppt! Wir haben die Veſte nicht an⸗ gezündet! Dies thaten die Fridauer, Dornegger und Mönchſteiner, deren Zorn ihr ehedem gereizt habt, welche immer Gelegenheit an euch ſuchten, und ſie in eurer Abweſenheit ſo trefflich fanden.

Friedrich. Wie iſt dies möglich, wie kannſt du ſo kühn dieſe Lüge behaupten, da

Der Anführer. Allzuraſcher Jüngling, laß mich erſt enden, ehe du ſo ſagſt! Wir zogen eben durch euern Forſt, als ſie, mit Beute beladen, ſich uns näherten. Wir erblickten jammernde Weiber unter ihren Haufen und boten ihnen Fehde oder Ausliefe⸗ rung derſelben! Sie waren feig genug, uns die letz⸗ tere zu leiſten, und zerſtreuten ſich mit ihrer Beute im Forſte. Wir fanden Graf Neuburgs Wittwe unter den Weibern. Wir hielten Gericht über ſie und erkannten ſie ſchuldig. Ihr Blut komme über uns, wenn es unſchuldig floß!

Eſchenbach(vom Gefühle bingeriſſen). Das ſoll, das wird es! Centnerſchwer wird es einſt in eure Sündenſchale fallen und euch zur Hölle zichen!

Der Anführer. Es geſchehe, wie du geſagt haſt, wenn der ewige Richter⸗ uns ſchuldig findet.