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than, und daher alles unglaublich, alles unmöglich! Sie baten vereint die Liebenden, nicht nach dem Schein zu urtheilen, ſich voriger Begebenheiten zu erinnern und zu bedenken, daß allzu ſchnelle Rache der Liebe Glück ſchon einmal beinahe ganz vernichtet hätte. Alle Weiber liebten ſo treu, ſo innig, ſo zärtlich, und ſoll⸗ ten jetzt auf einmal ihres Geliebten vergeſſen, ſich zu elenden Buhlerinnen der Räuber erniedrigt haben! Dies konnte der Alten Verſtand nicht faſſen. Dies konnte ihr Herz nicht glauben, weil ſie ihrer Töchter Tugend nur allzu gut kannten, und zur Probe für dieſe willig und gerne ihre Hand ins Feuer gehalten hätten. Mit vorzüglich unerſchrocknem Muthe hörte die alte Gräfin Farnsburg die Erzählung der Ritter an. Ihre roth geweinten Augen hellten ſich mächtig zuf, ihre blaſſen, eingefallnen Wangen färbte jugend⸗ liche Röthe, ſie behauptete kühn, daß ihre Töchter ſol⸗ cher Schandthat nicht fähig wären, und daß derjenige
Ritter, der ſolche unedle Mähre glauben könne, ihr
Sohn zu werden nicht verdiene. Auch Ludwig, der Sohn des Grafen Farnsburg,trat auf der Verthei⸗ diger Seite und bewies mit vielen Gründen, daß die ſchöne Adelheid unmöglich ſo handeln könne. Er bedauerte herzlich, daß ſein Vater ihm nicht erlaubt hätte, mit den Suchenden zu ziehen, weil er ſicher und gewiß den lügenhaften Erzähler gepackt und zu beſſerm Ge⸗ ſtändniß gezwungen hätte!
Ohne Widerrede— denn ihr Herz war deſſen nur allzu froh— hörten die Ritter dieſer Widerlegung zu und bedauerten herzlich, daß ſie nicht emſiger geforſcht hatten; ob der Erzähler nicht vielleicht aus eigennützi⸗ ger Abſicht ſie ſo ſchändlich belogen habe? Sie baten vereint die Eltern um Verzeihung, und gelobten, nie mehr an der Treue der Weiber zu zweifeln, wenn nicht inläugbare Thatſachen ſie vom Gegentheile über⸗ zeugten.


